Sigmund (Saiblinger, Salblinger), * um 1500 München, † 1554 A., Täufer, dt. Schulhalter, Buchhändler, Komponist
Von: Dr. Josef Mančal (Stand: 27.08.2010)
Urspr. Franziskanermönch, schloß sich der Reformation an und kam 1526/ 27 nach A., wo er bald Vorsteher der Täufer wurde. Nach dreijähriger Gefängnistrafe Widerruf und vermutlich Ausweisung. 1537 in A. nachweisbar als dt. Schulhalter und Stadtpfeifer. 1552 vereidigter Buchführer, im Auftrag J. J. Fuggers 1552 Ankauf der Bibliothek des Hartmann Schedel in Nürnberg. Gab 1540-1549 in Zusammenarbeit mit P. (I) Ulhart und M. Kriegstein fünf Sammelwerke mit zahlreichen nur hier aufgezeichneten Werken zeitgenössischer Komponisten heraus, für deren erstes er 1539 als dritter in Dtld. ein ks. Privileg erhielt. Hrsg. von S. Dietrichs ’Laudate dominum omnes gentes’ (1547); die Steindruckplatte ist erhalten (StK, Inv. Nr. 3440). Einer der bedeutendsten Hrsg. von Musikalien im 16. Jh. in Dtld. mit ’internationalem’ Anspruch.
MGG 11, 1308 f.; New Grove 16, 425 f.; Krautwurst; ders., Die Fugger und die Musik, in: Eikelmann, 41-48; Röder/Wohnhaas, 301-306; Künast, 128.
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