Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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St. Katharina

(Katharinengasse 9)

Von: Prof. Dr. Wilhelm Liebhart (Stand: 25.08.2010)

  • In der Vorstadt auf dem Gries fanden sich um 1230 Beghinen zusammen, denen Bf. Siboto 1239 den Erwerb von Grundbesitz gestattete. Dieser wurde für die Schwestern von der Dominikanerinnenpriorin Diemundis von Maria Mödingen bei Dillingen erworben. Als Stifterin wird allg. Christina von Wellenburg genannt (1243). 1245 schrieb Papst Innozenz IV. die Beachtung der Augustinerregel vor, wie sie die Dominikaner gebrauchten. 1246 Inkorporation in den Orden, der das Kloster durch St. Magdalena betreute. Anfangs wurde der Konvent v.a. vom schwäbischen Adel unterstützt, später setzte sich das bürgerlich-patrizische Element durch. Im SpätMA finden sich u.a. Töchter der Familien Portner, Riederer, Egen, Dachs, Langenmantel, Harscher, Ilsung, Walter und Welser in St. K. Die Verlegung in den Pfarrbezirk von St. Moritz 1251, die Schirmherrschaft der Stadt seit 1349, die Aufnahme ins A.er Bürgerrecht 1381 und die Klosterpflegschaft banden St. K. eng an die Reichsstadt. 1498/1503 Umbau der Konventgebäude durch B. Engelberg, 1516/17 Neubau der zweischiffigen Hallenkirche nach einem Plan von Hans Engelberg. 1534 sperrte der Rat die Kirche und spaltete den Konvent, der aber 1537 die Stadt nicht verlassen mußte und die Reformation überstand. Seitdem war der Konvent unter der Landeshoheit von Bf. und Hochstift. Blütezeit nach dem 30jährigen Krieg. 1670 Barockisierung der Kirche. 1752/53 originelle Klosterchronik von D. Erhardt. 1802 Aufhebung des Konvents mit 35 Nonnen, der nach dem Damenstift St. Stephan zu den wohlhabendsten Frauenklöstern in A. gehörte. Endgültige Räumung 1807. 1834 bezog die Kgl. Gewerbe- und Landwirtschaftsschule (Holbein-Gymnasium) Teile der Konventgebäude. 1835 wurde im eigens dafür eingezogenen oberen Stock der ehem. Klosterkirche die erste Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen (Staatsgalerie) eröffnet.
  • K.-Gasse und Kleines K.-Gäßchen (Innenstadt, Stpl. I, K 9 bzw. K 9).

Haffner, H., Das Dominikanerinnenkloster St. K. in A. im 18. Jh., 1938; Juhnke, L., Bausteine zur Geschichte des Dominikanerinnenklosters St. K. in A., in: Jb. der Oberrealschule A. 1957/58, 60-110; Liebhart, Stifte, 199; Rummel, Leben, 49 f.; Liebhart, Säkularisation, 146 f.; Hagen, 276-279.

St. Katharina



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