Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Woll

Erna, * 23.3.1917 St. Ingbert (Saarland), † 7.4.2005 Friedberg (Bayern), Komponistin und Musikpädagogin

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 09.09.2009)

  • Absolvierte zwischen 1936 und 1938 das Evangelische Kirchenmusikalische Institut in Heidelberg, wo sie u. a. Schülerin von Wolfgang Fortner war. 1940-1944 studierte sie an der Akademie der Tonkunst in München Komposition (bei Joseph Haas und Gustav Geierhaas) und Schulmusik. Während dieser Zeit konvertierte sie zum Katholizismus. 1946-1948 schloss sie ein Studium der katholischen Kirchenmusik an der Kölner Musikhochschule an. 1950-1962 war sie als Schulmusikerin in Weißenhorn tätig. Während dieser Zeit nahm sie an Kompositionskursen u. a. bei Günter Bialas, Harald Genzmer und Karl Marx teil. Seit 1962 wirkte sie als Dozentin für Musikerziehung an der Pädagogischen Hochschule Augsburg (Universität Augsburg), wo sie mit der ersten programmierten Unterweisung für Selbstlerner im Bereich Musikerziehung Aufsehen erregte. 1969 wurde sie zur Honorarprofessorin ernannt. Seit 1972 widmete sie sich ausschließlich ihrem kompositorischen Schaffen. Bis zu ihrem Tod blieb Augsburg ihr Lebensmittelpunkt. Erna Woll wurde mehrfach für ihr Schaffen ausgezeichnet. Neben einer Reihe von Kompositionspreisen wurde ihr 1993 das päpstliche Ehrenkreuz ‚Pro Ecclesia et Pontifice’ und 1999 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Ihr fast ausschließlich vokales Œuvre umspannt rund vier Jahrzehnte kompositorischer Tätigkeit und zählt über 200 Nummern. 1984 schuf sie für die 2000-Jahr-Feier der Stadt Augsburg das ‚Augsburger Kyrie’ für gemischte Stimmen a cappella. Lange Jahre widmete sie sich auch intensiv der Musik für den Gottesdienst und ganz speziell dem Neuen Geistlichen Lied. Prägenden Einfluss auf ihre stets tonale Tonsprache hatten Komponisten wie Hugo Distler, Ernst Pepping oder Zoltán Kodály, und doch entwickelte sie schon früh einen eigenen Personalstil, der bis in ihr Alterswerk hinein unverkennbar blieb.

Erna Woll, 1987; Günther Grünsteudel, Erna Woll – ein Werkverzeichnis, 1996; Ders., „Töne ordnen“ als Existenzform. Günther Grünsteudel über die Augsburger Komponistin und Musikpädagogin Erna Woll, in: UniPress. Zeitschrift der Universität Augsburg, 2004, H. 1, 47-51; Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil 17, 22007, 1137 f.


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