Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Weyer

Kaufmannsfamilie

Von: Prof. Dr. Mark Häberlein (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Der seit 1483 mit Anna Manlich verheiratete Hans d. Ä. († 1552) war 1501-1547 Zwölfer der Weberzunft, 1513--1526 Zunftmeister, 1520--1526 Dreizehner (Ratsausschüsse) und 1521-1541 Oberrichter. Seine Nachkommen heirateten in führende Augsburger Kaufmannsfamilien ein (Jenisch, Linck, Müller, Wirsung, Zangmeister). Hans Weyers Söhne Sebastian, Leonhard und Dominikus waren als Kaufleute auf den Frankreichhandel spezialisiert. Seit Mitte der 1530er Jahre nahmen sie in Lyon und Südfrankreich die Interessen großer Augsburger Firmen (Baumgartner, Fugger, Haug) wahr, exportierten Kupfer und Barchent nach Frankreich und kauften in Lyon unter anderem Tuche, Gewürze und Bücher. Sebastians Söhne Hans d. J. und David verlegten sich zunehmend vom Warenhandel auf das Anleihegeschäft und legten im Auftrag Augsburger Bürger größere Summen bei der französischen Krone an. Die Weyer wurden so eines der ersten Opfer des französischen Staatsbankrotts von 1557. Ihr Konkurs führte zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Gläubigern, vor allem Georg Fröhlich, Silvester Raid und den Haug-Langnauer-Linck.

Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert 34, 293; Friedrich Roth, Silvester Raid [...] und Georg Frölich [...], in: Archiv für Reformationsgeschichte 9 (1911/12), 12-14; Karl Otto Müller, Quellen zur Handelsgeschichte der Paumgartner von Augsburg, 1955, 293; Götz von Pölnitz, Anton Fugger, 1958-1986; Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts, 1996, 955-959.



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