Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Welfen

Von: Prof. Dr. Pankraz Fried (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Eines der bedeutendsten mittelalterlichen Adelsgeschlechter, dessen Vorfahren in der karolingischen Reichsaristokratie gesucht werden und dessen Nachfahren seit 1700 den englischen Thron innehatten. Schon zur Karolingerzeit dürften die Welfen in Ost- und Oberschwaben begütert gewesen sein. Sie hatten vermutlich im Augstgau Grafschaftsrechte inne und stellten im 10. Jahrhundert mit Eticho einen Augsburger Bischof. Seit 1070 besaß Welf I. das Herzogtum Bayern, zu dem durch Heirat Anfang des 12. Jahrhunderts noch das Herzogtum Sachsen kam. Herausragende Persönlichkeiten waren Herzog Heinrich XII. ('der Löwe') und Herzog Welf VI., Markgraf von Spoleto, der bis zu seinem kinderlosen Tod 1191 vor allem die schwäbischen und italienischen Besitzungen innehatte. Augsburg hatte besonders im Investiturstreit durch die Überfälle des papsttreuen Welf I. und seines Gegners, Kaiser Heinrich IV., sowie dessen Gefolgsmann, Friedrich von Staufen, schwer zu leiden, vor allem 1080-1095. Das gleiche war der Fall bei den Fehden zwischen Welfen und Staufern in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts. 1132 kam es dabei zu der wohl verheerendsten Zerstörung des kaiserlich-staufisch gesinnten Augsburg durch Truppen König Lothars III., dessen Tochter den Welfenherzog Heinrich den Stolzen geheiratet hatte. Damals wurden vermutlich auch Bibliothek und Archiv des Bistums eingeäschert.
  • Welfenstraße (1958, Göggingen-Nordost, Amtlicher Stadtplan H 11).

Historia Welforum, 1938; Pankraz Fried / Raymund Kottje, Die Staufer in Augsburg, Schwaben und im Reich, 1977; Joachim Jahn, Augsburg Land, 1984, 64-70; Geschichte der Stadt Augsburg von der Römerzeit bis zur Gegenwart, 21985, 121-132; Herzog Welf VI., 1995; Thomas Zotz, Heinrich der Löwe und die Welfen in Schwaben, in: Heinrich der Löwe und seine Zeit 2, 1995, 69-77.



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