Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Sustris

Friedrich, * um 1540 Venedig ?, † 1599 München, Maler, Architekt, Entwerfer für Kunsthandwerk und Skulptur

Von: Dr. Gode Krämer (Stand: 02.09.2010)

  • Lehre wohl bei seinem Vater Lambert Sustris. 1562-1567 im Kreis Giorgio Vasaris in Florenz. 1568 von Hans Fugger nach Augsburg berufen, wo er bis 1573 die weitgehend zerstörten Außen- und Innendekorationen an dessen Stadthaus am Zeugplatz (Fuggerhäuser) leitete, Malereien und Stuck an Wänden und Decken entwarf und zusammen mit Antonio Ponzano und Alessandro Scalzi (genannt Paduano) ausführte. Von diesen vor der Zerstörung 1944 in Abbildungen gut dokumentierten Arbeiten haben sich wesentliche Teile nur in den sogenannten Badstuben, den früheren Bibliotheksräumen, erhalten. Während dem Augsburgaufenthalt von Sustris dürfte auch eine ’Geburt Christi’ in evangelisch Heilig Kreuz entstanden sein (Vorzeichnungen in den Kunstsammlungen Augsburg). Auch nach Eintritt in den Dienst am Münchner Hof, dem er bis zu seinem Tod angehörte, enge Kontakte zum Augsburger Patriziat, denen eine monumentale Kreuzigung im bischöflichen Ordinariat (ursprünglich Wolfgangskapelle im Dom, 1574) sowie der von Markus Fugger in Auftrag gegebene, früher jedoch Christoph Schwarz zugeschriebene Passionsaltar in St. Ulrich und Afra (1581) ihre Entstehung verdanken. Zwei Zeichnungen in den Kunstsammlungen Augsburg.

Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler 32, 1938, 306 f.; Heinrich Geissler, Neues zu Friedrich Sustris, in: Münchner Jahrbuch der Bildenden Kunst 3. Folge 29 (1978), 65 f.; Welt im Umbruch 2, 1980, 130 f.; Meisterzeichnungen des deutschen Barock, 1987, 156-159; Die Fugger und die Musik, 1993; Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994.

"Badstuben" im Fuggerhaus, Dekoration (Detail) von Friedrich Sustris



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