Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Straßenbahn

Von: Günther Grünsteudel / Franz Schreiber (Stand: 16.10.2009)

  • 1880 Gründung der Augsburger Trambahn-AG. Am 8.5.1881 Eröffnung der Pferdebahnlinie Perlachturm-Königsplatz-Hauptbahnhof; bis 1.10.1881 weitere Linien in die Wertachvorstadt, nach Göggingen, Pfersee und Lechhausen. Ein Dampfbahn-Probebetrieb (Königsplatz-Göggingen) 1886/87 wurde nach Bürgerprotesten eingestellt. Seit 1891 Betriebsführung durch die Firma Schmidt & Co., seit 1895 durch Schuckert & Co., Nürnberg. 1898 Umstellung auf elektrischen Betrieb. Stromversorgung über ein eigenes E-Werk, das samt Verwaltungsgebäude und Wagenhalle am Senkelbach errichtet wurde (Straßenbahnzentrale). 1900 gründete Schuckert für die Betriebsführung die Augsburger Elektrische-Straßenbahn-AG. 1902 Verlängerung der Strecke bis zum Oberhauser Bahnhof und 1910 bis nach Kriegshaber (dort 1911 Neubau des Straßenbahndepots, Ulmer Straße). Nach dem Durchbruch der Bürgermeister-Fischer-Straße wurde der Königsplatz anstelle des Ludwigsplatzes zur Hauptumsteigestelle. 1908 ging die Straßenbahn in städtisches Eigentum über. 1913 Einführung von Liniennummern. Ab 1916 Stromversorgung durch die Lech-Elektrizitätswerke. Wegen steigenden Stromverbrauchs wurde 1921 ein Wasserkraftwerk am Wertachkanal errichtet (Schießstättenstraße 19, original erhalten, heute Privatbesitz). 1920 Inbetriebnahme des Straßenbahndepots an der Baumgartnerstraße. 1927 Verlängerung der Linie 4 bis Ortsmitte Haunstetten. Seit 1926 erste Omnisbuslinien im Stadtbereich. 1931 gab es sechs Straßenbahn- und fünf Buslinien. Seit 1937 Betriebsführung durch die Stadtwerke (Augsburger Verkehrsbetriebe). 1947 Verlängerung der Linie 1 bis Stadtbergen. 1956 Einsatz erster moderner Großraumzüge. 1960 Umstellung der Linien 5 (Rotes Tor - MAN) und 6 (Königsplatz - Hochzoll) auf Omnibusbetrieb. Seit 1972 schaffnerloser Betrieb. 1977 neue Umsteigeanlage am Königsplatz. Das Augsburger Straßenbahnnetz weist derzeit eine Gesamtlänge von ca. 38,5 Kilometern auf: Linie 1 (Neuer Ostfriedhof - Göggingen), Linie 2 (P&R Augsburg West - Haunstetten Nord), Linie 3 (Stadtbergen – Inninger Straße), Linie 4 (Augsburg Nord – Hauptbahnhof), Linie 5 (Hauptbahnhof – Zentralklinikum/BKH; in Planung), Linie 6 (Hauptbahnhof – P&R Chippenham-Ring; im Bau), Linie 8 (Hauptbahnhof – Impuls Arena; Sonderlinie, fährt nur bei Sportveranstaltungen), Linie 9 (Hauptbahnhof – Messezentrum; Sonderlinie; fährt nur bei speziellen Veranstaltungen im Messezentrum und bei Großmessen). Die Augsburger Straßenbahnen befördern jährlich ca. 37 Mio. Fahrgäste.

Albrecht Sappel, Einmal Königsplatz und zurück, 1981; 100 Jahre Augsburger Nahverkehrsfahrzeuge im Bild, 1998; Bernd Schiffler, Die Tram in der Fuggerstadt. 125 Jahre Straßenbahn in Augsburg, in: Straßenbahn-Magazin, Nahverkehr 37 (2006), 5, 14-25; Rainer Zöller, Von der Pferdebahn zur Mobilitätsdrehscheibe, 2006; Stefan Vockrodt, Straßenbahnen in Bayern: Augsburg, München, Nürnberg, in: Straßenbahn-Jahrbuch 2006, 78-83; Homepage der Freunde der Augsburger Straßenbahn (www.f-d-a-s.de).

Straßenbahn, um 1935

Heutige Straßenbahn



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