Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Stengel

Von: Prof. Dr. Wilhelm Liebhart (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Karl, * 29.1.1581 Augsburg, † 27.1.1663 Augsburg, Benediktiner. Sohn von Christoph Stengel, Verwalter im Kloster St. Ulrich und Afra. Besuch des Gymnasiums bei St. Salvator. 1593 Eintritt in St. Ulrich und Afra, 1596 Profess. Studium in Ingolstadt und im Kloster. 1602 Kantor, ’rector musices’ und ’scholae magister’. 1605 Priesterweihe. Seit 1613 Subprior und 1622-1630 Ökonom des Klosters. 1630 Abt des wiederbelebten Benediktinerklosters Anhausen (Brenz). Im Dreißigjährigen Krieg 1632-1635 und 1638-1640 auf der Flucht, worüber er ein Tagebuch verfasste. Verlor nach dem Westfälischen Frieden 1649 seine Abtei und kehrte nach St. Ulrich zurück. Verfasser zahlreicher lateinischer und deutscher Werke sowie von 20 Übersetzungen aus dem Lateinischen (Heiligenleben, aszetische, liturgische, monastische und hausgeschichtliche Werke, sieben Schauspiele). Als Hauptwerke gelten seine Augsburger Kirchengeschichte (1647) und eine Geschichte deutscher Benediktinerklöster (’Monasteriologia’).
  • 2) Georg, * 24.4.1584 Augsburg, † 10.4.1651 Ingolstadt, Jesuit, Schriftsteller. Bruder von 1). Seit 1592 Jesuitengymnasium bei St. Salvator, Schüler u. a. von Matthäus Rader. Ab 1594 Page Philipp Fuggers d. J. 1601 Eintritt ins Jesuitenkolleg Landsberg. Lehrte nach Philosophiestudium in Ingolstadt 1607-1610 Poesie in Pruntrut (Schweiz) und München. Ab 1610 Theologiestudium in Ingolstadt (Promotion 1614). Seit 1614 Professor und Rektor an den Kollegien Dillingen, München und Ingolstadt. Während seiner Münchner Zeit (1631-1640) regelmäßige Predigten in der Frauenkirche. Neben Erbauungs-, Kontrovers- und Gelegenheitsschriften Verfasser von aszetischen Traktaten und elf Schauspielen. Einer der bedeutendsten deutschen Jesuiten des 17. Jahrhunderts.

Allgemeine deutsche Biographie 36, 1893, 49; Lexikon für Theologie und Kirche 9, 21964, 1036 f.; Benedikt Pitschmann, Aus dem Tagebuch eines Flüchtlings des Dreißigjährigen Krieges, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige 88 (1977), 53-145; Literatur in Bayerisch Schwaben, 1979, 116 f.; Alois Schneider, Narrative Anleitungen zur praxis pietatis im Barock, 1982; Bosls bayerische Biographie, 1983, 752; Paulus Albert Weißenberger, Die Brüder Karl und Georg Stengel und ihre Druckschriften in der Barockbibliothek der Abtei Neresheim, in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 18 (1984), 341-352; Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache 11, 1991, 171 f.; Biographisches Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität München 1, 1998, 417 f.



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