Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Stammler II

(’vom Hut’), Kaufmanns- und Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1529 bis ins 17. Jahrhundert in Augsburg nachweisbar; 1529 Herrenstube; 1538 Aufnahme ins Patriziat. Leonhard Stammler († 1566), ein Sohn des Ulmer Patriziers Sigmund Stammler, erwarb 1529 durch Heirat mit Margaretha Rösler, Nichte des Kardinals Mattäus Lang und Witwe Johann Rehms, Bürgerrecht und Stubenfähigkeit. Nach Aufnahme ins Patriziat 1538 wurde er 1549 Mitglied des Großen Rats. 1556-1558 war er Mitglied im Kleinen Rat. Der Sohn Philipp († 1583) stand 1555/56 im Dienst der Christoph-Welser-Gesellschaft (Barcelona, Saragossa, Lyon), arbeitete 1558-1560 als Faktor für Sebastian und Hieronymus Imhof und leitete seit den 70er Jahren eine Handelsgesellschaft, für die Geschäftskontakte nach Spanien, Antwerpen, Lübeck, Danzig und Prag nachweisbar sind. Die jüngeren Söhne Matthäus und Christoph sind Anfang der 1570er Jahre als Teilhaber einer Torfhandlung fassbar; Christoph war später für verschiedene Augsburger Kaufleute tätig, darunter auch für den Bruder Philipp in Belgien, Frankreich und Prag. Bei Leonhards Nachkommen wird schon im ausgehenden 16. Jahrhundert wirtschaftlicher Abstieg erkennbar. Mit Philipps Sohn Hans Leonhard († 1629) schied nach Stetten die Familie aus dem Patriziat aus. Auch der um 1556 aus Ulm zugewanderte Hans Sigmund († 1602) wurde ins Patriziat aufgenommen: 1584-1602 ist er als Mitglied des Kleinen Rats bezeugt. Um 1576 war er an Gewürzkontrakten des Konrad (II) Rot, später an Wechselgeschäften und vermutlich auch am Buntmetallhandel beteiligt. Wirtschaftlich war er erfolgreicher als die Angehörigen des älteren Augsburger Zweiges.

Paul von Stetten, Geschichte der adelichen Geschlechter in der freyen Reichsstadt Augsburg, 1762, 237 f.; Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert 32, 442; Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 2833; Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts, 1996, 785-788.



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