Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Stadtmetzg

(Metzgplatz 1, Hinter der Metzg 6)

Von: Prof. Dr. Bernd Roeck / Redaktion (Stand: 18.3.2011)

  • Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Rathausbereichs zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die alte Stadtmetzg (Metzgerhaus) gegenüber dem Perlachturm nach 1612 abgerissen. An ihrer Stelle entstand 1614 der Neue Bau. Die bereits 1606-1609 von Elias Holl am Fuß des Perlachbergs erbaute neue Stadtmetzg, ein dreigeschossiger Satteldachbau mit repräsentativer Giebelfront nach Süden, an dessen Fassadengestaltung Johann Matthias Kager beteiligt gewesen sein dürfte, galt als eine der modernsten der Zeit. So wurde der Vordere Lech als Kühl- und Abwasserbach offen unter der Stadtmetzg hindurchgeleitet. Im Untergeschoss waren Verkaufsstände (insgesamt 126 Fleischbänke), in den oberen Geschossen ‘Zunft’- und Amtsstuben untergebracht. Die Mittelachse der Hauptfassade erhielt ein 1609 von Hans Reichle modelliertes und 1610 von Wolfgang Neidhart in Bronze gegossenes Stadtwappen. Ab 1712 war in den Obergeschossen die Reichsstädtische Kunstakademie untergebracht, 1930 zogen die Metzger in den neu errichteten Stadtmarkt um. Nach Umbauten im Inneren und Erweiterung nach Norden seit 1939 städtisches Verwaltungsgebäude (heute Sozialamt). 1944 stark zerstört.
  • Metzgplatz (Historische Bezeichnung, Jakobervorstadt-Süd bzw. Nord, Amtlicher Stadtplan K 8), Hinter der Metzg (Jakobervorstadt-Nord, Amtlicher Stadtplan K 8).

Augsburger Barock, 1968, 35 f.; Bernd Roeck, Anmerkungen zum Werk des Elias Holl, in: Pantheon 3 (1983), 229 f.; Ders., Elias Holl, 1985, 110-112; Elias Holl und das Augsburger Rathaus, 1985, 238 f.; Bernd Roeck, Matthias Kager und die süddeutsche Architektur des frühen 17. Jahrhunderts, in: Oberbayerisches Archiv 111 (1986), 44-63; Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, 326-328; Renate Miller-Gruber, Elias Holl, 2010, 48-50.

Stadtmetzg damals...

... und heute



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