Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Stadtentwicklung

Von: Prof. Dr. Karin Thieme (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Mit dem Einbezug der Jakobervorstadt in die städtische Ummauerung Mitte des 15. Jahrhunderts waren Ausdehnung und Form Augsburgs festgelegt; bis zum 19. Jahrhundert erfuhr das Stadtgebiet keine Erweiterung mehr. Die Industrialisierung und der Bau der Eisenbahnlinie nach München brachten um die Mitte des 19. Jahrhunderts neue Wachstumskräfte in die Stadt. Nach 1860 wurde der alte Befestigungsring gesprengt. Die um die neuen Industrieanlagen gruppierten Arbeitersiedlungen beschleunigten ein rasches Flächenwachstum. In mehreren Eingemeindungswellen (Eingemeindungen) wurden 1911-1972 ehemalige Stadtrandgemeinden dem Stadtgebiet eingegliedert. Die seit den 1960er Jahren anhaltende Suburbanisierung entlang der Linienführung der Verkehrswege begünstigte die Ausdehnung der Stadt auf ihre heutige Größe. Als die Verflechtungen zwischen der Stadt und ihrem Umland sich intensivierten, gab das sogenannte Müller-Gutachten (1974) den wichtigsten Anstoß für die künftige Entwicklung. Auf diesem Konzept basiert die multifunktionale Ausstattung in Form hierarchisch abgestufter Stadtteilzentren: Geschäftsgebiete, die als das Ergebnis des siedlungsgeschichtlichen Werdegangs der Stadt und ihres Umlands verstanden werden. Grundidee des ’Konzepts der räumlichen Entwicklung der Stadt Augsbuch’ (KREA, 1980) ist ein multizentrisches Stadtmodell, gegliedert in Stadtzentrum, Stadtteil- und Nahversorgungszentren mit entsprechenden Einzugsbereichen. Das mehrkernige Stadtgefüge in seiner hierarchischen Abstufung wird durch die Politik der Flächennutzung ergänzt und gefördert. Die amtliche Planung stützt sich dabei auf das Organisationskonzept der Lebensbedürfnisse der Menschen im Bereich der Grunddaseinsfunktionen Wohnen, Arbeiten, Sichversorgen und Erholen. Die Stadtentwicklungsplanung als Vorstufe zur Bebauungsplanung koordiniert im Flächennutzungsplan die großräumigen Nutzungsbereiche der Stadt und legt damit ihre künftige Entwicklung fest.

Franz Schaffer, Angewandte Stadtgeographie, Projektstudie Augsburg, 1986; Flächennutzungsplanentwurf, 1988.



Wir freuen uns über Ihre Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen zu den einzelnen Artikeln. Allerdings behalten wir uns das Recht vor, ungemessene Kommentare zu ignorieren. Gerne können Sie auch direkt per eMail Kontakt mit uns aufnehmen.

Kommentar zu diesem Artikel verfassen

Name:
Email:

Kommentar:
Bitte abgebildeten Sicherheitscode eingeben:


 



Wißner-Verlag Tel. 0821/25989-0