Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Stadion

Christoph von, * März 1478 Burg Schelklingen/Ehingen, † 15.4.1543 Nürnberg, Bischof von Augsburg 1517-1543

Von: Prof. Dr. Wilhelm Liebhart (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Aus württembergischem Adel stammend studierte Stadion seit 1490 Rechtswissenschaft in Tübingen, Freiburg, Bologna und Ferrara (1506 Dr. iur. utr.). Seit 1506 Domherr in Augsburg, 1512 Offizial und 1517 Koadjutor Bischof Heinrichs von Lichtenau. Im gleichen Jahr Bischofserhebung dank der Fürsprache der Fugger. Seine Amtszeit fiel in die Anfänge der Reformation in Augsburg. Von der Reformbedürftigkeit der Kirche überzeugt, verhielt er sich zunächst abwartend. Begann ab 1522, die alte Kirche aktiv zu verteidigen, verfolgte aber insgesamt einen eher ausgleichenden Kurs, darin bestärkt durch Erasmus von Rotterdam, mit dem er wie mit Philipp Melanchthon in persönlichem Kontakt stand. Auf dem Reichstag von 1530 an der Beratung des Augsburger Bekenntnisses und der ’Confutatio’ beteiligt. Konnte die Einführung der Reformation in Augsburg seit 1534 nicht verhindern und musste 1537 mit dem gesamten katholischen Klerus ins Dillinger Exil gehen, dessen Rückkehr (1546) er nicht mehr erlebte.

Neue deutsche Biographie 3, 1957, 242 f.; Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 7, 1959, 125-160; Friedrich Zoepfl, Das Bistum Augsburg und seine Bischöfe im Reformationsjahrhundert, 1969, 1-172; Contemporaries of Erasmus 3, 1987, 274-276; Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1448-1648, 1996, 678 f.; Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon 10, 1995, 1087-1090.



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