Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Spreng

Johannes, * 1524 Augsburg, † 30.3.1601 Augsburg, Notar, Meistersinger, Übersetzer

Von: Dr. Elisabeth Wunderle (Stand: 9.2.2011)

  • 1554 Magister der Universität Wittenberg. 1555-1559 Schul- und Schreibmeister in Augsburg, danach Jurastudium in Heidelberg (immatrikuliert 1561). Kaiserlicher Notar, unterhielt von 1563/64 bis zu seinem Tod eine Kanzlei in Augsburg. Sein hohes Ansehen als Notar lässt sich an der Vielzahl seiner bedeutenden Klienten ablesen, zu denen u. a. Mitglieder der Familie Fugger gehörten. Bedeutung erlangte Spreng auch durch sein literarisches Schaffen. Unter den Augsburger Meistersingern genoss er höchste Ehren. Seit 1547 schrieb er rund 309 Meisterlieder, in denen er neben religiösen Themen auch oft Stoffe der antiken Dichtung behandelte. Sein Bestreben, Laien die antiken Dichter nahe zu bringen, zeigt sich auch in seinen Übersetzungen u. a. von Vergils ’Aeneis’ und Homers ’Ilias’, der ersten deutschen Versübersetzung dieses Werkes. Sein Interesse am italienischen Humanismus zeigt seine Übersetzung des Lehrgedichts ’Zodiacus vitae’ des M. Palingenius Stellatus.
  • Nach ihm benannt ist das Springergässchen (Jakobervorstadt-Nord, Amtlicher Stadtplan K 8).

Rudolf Pfeiffer, Die Meistersingerschule in Augsburg und der Homerübersetzer Johannes Spreng, 1919; Ingrid Urban, Johannes Spreng: Meistergesänge, Diss. Berlin 1967; Repertorium der Sangsprüche und Meisterlieder 12, 1989, 99-190; Von der Augsburger Bibelhandschrift zu Bertolt Brecht, 1991, 217 f.; Literaturlexikon 11, 1991, 119 f.; Dieter Merzbacher, Der grösseste Lohn, den die Poeten zu gewarten haben, in: Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte 16 (1991), 79-124.



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