Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Silbermann

Franz Baptist, * 17.2.1843 Vierzehnheiligen/Oberfranken, † 11.2.1924 Augsburg, Unternehmer, Kommerzienrat

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 13.12.2011)

  • Sohn eines Gutsbesitzers und Kaufmanns. Kam nach Kaufmannslehre in Nürnberg 1863 nach Augsburg, wo er 1868 eine Fabrik für künstliche Düngemittel gründete. 1872 erwarb er das Anwesen Lit. J 72-75 (Haunstetter Straße 35/35a), wo bereits ab 1735 Jean-François Gignoux eine Färberei und Bleicherei und später Johann Gottfried Dingler eine chemische Fabrik betrieben hatten. Das anfangs kleine Unternehmen expandierte rasch. 1873 Erwerb einer weiteren Fabrik in Schwandorf (Oberpfalz), die 1890 durch eine größere Produktionsstätte in Ludwigshafen/Rhein ersetzt wurde und 1916 infolge der Kriegslage an die BASF verkauft werden musste. Hergestellt wurden vor allem Superphosphat-Düngemittel (bis 1968), im Werk Augsburg aber auch andere Chemikalien, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Putzwolle; daneben betrieb Silbermann, der seit 1884 mit der Schweizer Hotelierstochter Marie Indergand verheiratet war, einen Chemikaliengroßhandel. Nach seinem Tod führten seine Söhne Felix (* 1875, † 1948), Max (* 1877, † 1959) und Kurt (* 1878, † 1959), die bereits um 1900 in die Geschäftsleitung der 'Chemischen Fabriken F. B. Silbermann' eingetreten waren, die Firma weiter. 1928 wurde als Ersatz für das verloren gegangene Werk Ludwigshofen eine Produktionsstätte in Offingen bei Günzburg in Betrieb genommen (stillgelegt 1968). Nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Werk Augsburg ab 1947 unter Walter Silbermann (* 1909, † 1976), der im gleichen Jahr die Geschäftsleitung übernommen hatte, wieder aufgebaut und bis um 1970 ständig erweitert. Mitte der 1970er Jahre beschloss die Firmenleitung u. a. wegen der damals bereits in Planung befindlichen Schleifenstraße, nach Gablingen (Landkreis Augsburg) umzuziehen. 1977 Inbetriebnahme eines modernen Lagerkomplexes in Gablingen. 1983 Verkauf des Augsburger Firmengeländes. Bis 1985 Umzug von Produktion und Verwaltung nach Gablingen (heute: F. B. Silbermann Chemie & Technik GmbH & Co. KG). 1992 Abbruch der Fabrikgebäude an der Haunstetter Straße mit Ausnahme der historischen Verwaltungsgebäude, die vermietet wurden. In der Folge Umnutzung des ehemaligen Fabrikareals für Wohnbebauung. Die Direktorenvilla (Silbermann-Villa) und der dazugehörige Park blieben in Familienbesitz.

  • Silbermannstraße (1969, Kriegshaber, Amtlicher Stadtplan H 7); Am Silbermannpark (Hochfeld, Amtlicher Stadtplan K 10).

100 Jahre F. B. Silbermann Augsburg, 1968; Gustav Guisez, Er gab den Böden das Leben zurück, in: Augsburg-Journal 1990, 10/11, 42-44; Alte Firmen der Stadt und der Wirtschaftsregion Augsburg, 1993, 260; 125 Jahre F. B. Silbermann, 1993; Homepage (www.silbermann.de).



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