Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Seethaler

Goldschmiede, Silberhändler

Von: Ulrich Kirstein (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Joseph Anton, * 23.9.1740 Dießen, † 13.12.1811 Augsburg. 1766 Heirat und Meisterrecht in Augsburg, 1779-1786 Vorgeher, 1788 Geschaumeister der Zunft. Fürstlich Oettingen-Wallerstein'scher, seit 1808 königlich bayerischer Hofsilberarbeiter. Ihm können vor allem kirchliche Geräte, z. B. für das Kloster Neresheim, zugewiesen werden; stach außerdem Vorlagen für Tafelgerät. Als Marke führte er seine Initialen JAS in querovalem Schild.
  • 2) Johann Alois, * 1775 Augsburg, † 1835 Augsburg. Sohn von 1). Seine Meistermarke trägt, entsprechend seinem Taufnamen Johann Nepomuk, das Monogramm INS. Gilt als letzter großer Meister der Augsburger Goldschmiedezunft. Schuf hauptsächlich Tafelservice in frühklassizistischen Formen. Meisterrecht 1796. Gründete 1803/04 eine nominell zunächst von seinem Vater geführte Silberhandlung, dessen gute Kontakte zum Münchener Hof der Firma 1807 den Auftrag zu einem Tafelservice einbrachte. Außerdem vermittelte Seethaler das ’Pariser Silber’, das Napoleon ursprünglich für seinen Bruder Jerôme von J. B. C. Odiot hatte fertigen lassen, nach München. Ein Tee- und Kaffeeservice (1814) findet sich in der Petersburger Eremitage, um 1817 entstand ein Tafelservice für den Stuttgarter Hof. Die nach seinem Tod von seinem Sohn Joseph geleitete Firma wurde wegen fehlender Großaufträge bedeutungslos.

Anton Werner, Augsburger Goldschmiede 1346-1803, 1913, 113; Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler 30, 1936, 435 f.; Helmut Seling, Die Kunst der Augsburger Goldschmiede 1529-1868 3, 1980, 430, 445; Lorenz Seelig, Johann Alois Seethaler, in: Aufbruch ins Industriezeitalter 2, 1985, 250-258; Silber und Gold 1, 1994, 63, 88 f., 106, 125 f.



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