Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Schweitzer

Albert, * 14.1.1875 Kaysersberg (Elsass), † 4.9.1965 Lambaréné (Gabun), protestantischer Theologe, Arzt, Musiker

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 27.6.2013)

  • Sohn eines Pfarrers, von dem er auch den ersten Orgel- und Klavierunterricht erhielt. Studierte seit 1893 in Straßburg Philosophie und evangelische Theologie und wurde 1899 und 1900 in beiden Fächern promoviert; im letzteren habilitierte er sich 1902. Zeitgleich hörte Musiktheorie und nahm in Paris seit 1893 Orgelunterricht bei Charles-Marie Widor und seit 1898 Klavierunterricht bei Isidore Philipp und Marie Jaëll-Trautmann. 1900 wurde Schweitzer Vikar an St. Nikolai in Straßburg und zwei Jahre später mit seiner Habilitation Privatdozent (seit 1912 Professor) an der Theologischen Fakultät der Universität. Ab 1905 Medizinstudium in Straßburg. Nach Staatsexamen und Promotion 1913 Gründung des Tropenhospitals Lambaréné (Französisch Äquatorialafrika; heute: Gabun). 1917 infolge des Ersten Weltkriegs erzwungene Rückkehr nach Frankreich, dort bis 1918 interniert. Nach Kriegsende wirkte er vorübergehend wieder als Vikar an St. Nikolai und als Assistenzarzt an einem Straßburger Hospital. Durch Vorträge und Orgelkonzerte sammelte er Geld für seine Rückkehr nach Afrika 1924, wo er sein Urwaldhospital weiter ausbaute. Alles in allem standen 14 teils mehrjährigen Aufenthalten in Lambaréné ausgedehnten Vortrags- und Konzertreisen durch Europa und Nordamerika gegenüber. Gab am 17.5.1929 ein Konzert an der Orgel der Augsburger Barfüßer-Kirche; seither mit Arthur Piechler befreundet, dessen beide Orgelkonzerte op. 65 und op. 69 er anregte (das Opus 65 ist ihm gewidmet). Mitte der 1950er Jahre Orgeltreffen mit Piechler und Charles-Marie Widor in St. Sulpice Paris. Schweitzer publizierte zu theologischen, philosophischen und musikalischen (Bach) Themen. 1928 Goethepreis der Stadt Frankfurt, 1951 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1952 Friedensnobelpreis, 1954 Orden 'Pour le Mérite'.
  • Albert-Schweitzer-Straße (Haunstetten-West, Amtlicher Stadtplan K 14).

Evangelisches Gemeindeblatt Augsburg 1929, 185; Riemann Musik-Lexikon, Personenteil 2, 121961, 660 f.; Ergänzungsband 2, 1975, 623; Arthur Piechler, 1976; Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil 15, 22006, 431-433.

Albert Schweitzer an der Stein-Orgel der Barfüßerkirche



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