Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Schülesche Kattunfabrik

(Friedberger Straße 2)

Von: Dr. Gerhard Hetzer / Günther Grünsteudel (Stand: 24.9.2009)

  • Bedeutendes Denkmal der Industriearchitektur und eines der frühesten erhaltenen Fabrikgebäude Deutschlands überhaupt. Bis 1996 hufeisenförmige Dreiflügelanlage mit repräsentativer, schlossartiger Rokokofassade, 1770-1772 von Leonhard Christian Mayr (1725-1810) für den Kattunfabrikanten Johann Heinrich Schüle errichtet. Das frühklassizistische Hofgitter (um 1775) befindet sich seit 1976 auf dem Fronhof. Das Baugrundstück, ursprünglich ein bei der Wolfsmühle gelegener Garten, war 1758 von Schüle für 4500 Gulden ersteigert worden. Nach seinem Tod ging die Fabrik 1811 zunächst an die Erben Benedikt Adam Lieberts, 1812 an den Tabakfabrikanten Lotzbeck, 1828 an den Cafetier J. A. Lutz, 1856 an die Firma Schöppler und Hartmann, 1857 an den Fischbeinfabrikanten Dellefant, 1872 an den Kaufmann Chr. H. Mayer und noch im gleichen Jahr an Michael Nagler (1828-1895), der dort eine mechanische Weberei (Nagler & Sohn) einrichtete, die bis 1990 bestand. 1996 wurden, trotz massiver Proteste, die Seitenflügel des Gebäudes wegen angeblicher Baufälligkeit abgebrochen. Lediglich der Ostteil mit der denkmalgeschützten Fassade blieb stehen. Die neu errichteten Seitenflügel aus Glas und der historische Mitteltrakt beherbergen heute die Fakultät für Gestaltung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften - Fachhochschule Augsburg.

Peter Fassl, Die Schüle’sche Kattunmanufaktur in Augsburg, in: Schönere Heimat 82 (1993), 156-158; Gerhard Ludwig, Spätbarocke Kattunfabrik, in: BDA-Informationen 1993 H. 3, 19-22; Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, 158-160; Vera Scheel, Die Schülesche Kattunfabrik, in: Augsburger volkskundliche Nachrichten 1 (1995), 38-56.

Schülesche Kattunfabrik, 18. Jahrhundert



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