Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Schönsperger

Von: Dr. Hans-Jörg Künast (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Johann d. Ä., * um 1455 Augsburg, † vor 25.2.1521 Augsburg, Buchdrucker, Buchführer. Stiefsohn Johann Bämlers. Mitglied der Zunft der Salzfertiger. Richtete 1481 zusammen mit dem Goldschmied Thomas Rüger († 1483) eine Druckerei ein; bis 1484 war dessen Witwe, Anna Rüger, die 1486 den Drucker Peter Berger heiratete, Teilhaberin der Firma. Durch enge Kooperation mit seinem Stiefvater Bämler, mit Anton Sorg und einheimischen wie auswärtigen Buchführern gelang es Schönsperger, 1480-1500 den Buchmarkt für deutsche Literatur in Augsburg zu beherrschen. Enge Geschäftsbeziehungen nach München, Ulm, Straßburg, Speyer und Frankfurt/Main. 1507 Teilkonkurs, von dem er sich nicht mehr erholte. 1508 vermutlich auf Vermittlung Konrad Peutingers geheimer Drucker Kaiser Maximilians I. (Jahresgehalt 100 Gulden), für den er den ’Theuerdank’, eines der schönsten Bücher seiner Zeit, und sein Gebetbuch für den St.-Georgs-Orden druckte; für beide Projekte entwarf er eigene Typen. Seine Offizin publizierte 1481-1520 ca. 250 Drucke. Druckte ansonsten, auf Marktbedürfnisse reagierend, vorwiegend bereits in Augsburg und anderswo erschienene deutsche Werke nach (u. a. auch Hartmann Schedels ’Weltchronik’), edierte aber auch selbstständig kleinere deutsche Texte.
  • 2) Johann d. J., * um 1480 Augsburg, † 1543 Schwabmünchen, Buchführer, Buchdrucker, Verleger. Lehre beim Vater 1). Wie dieser Mitglied der Salzfertigerzunft. Ab 1502 als Verleger tätig. Ob er 1510 eine eigene Offizin einrichtete oder die ruhende väterliche Offizin nur mit neuen Typen ausstattete, lässt sich nicht klären. Brachte 1510-1522 schön illustrierte Drucke der Erbauungsliteratur heraus, ergänzt um Wetter- und Arzneibücher sowie Erasmus-Schriften. Beschränkte sich später auf reformatorische Flugschriften. 1523-1525 Zweitdruckerei in Zwickau; 1525 Verhaftung während der Leipziger Messe wegen hoher Verschuldung. Kehrte, der Stadt verwiesen, nach Augsburg zurück, wo er nur mehr wenig druckte. Floh 1530, auch in Augsburg hoch verschuldet, nach Schwabmünchen. Rund 140 Drucke.
  • Schönspergerstraße (1908, Links der Wertach-Nord, Amtlicher Stadtplan I 7; zuvor: ’Straße Nr. 15’).

Ernst Voullième, Die deutschen Drucker des 15. Jahrhunderts, 21922, 9-12; Heinrich Grimm, Die Buchführer des deutschen Kulturbereichs, in: Archiv für Geschichte des Buchwesens 7 (1967), 2802 f.; Ferdinand Geldner, Die deutschen Inkunabeldrucker, 1968, 146-149; Josef Benzing, Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet, 21982, 13, 15; Der Buchdruck im 15. Jahrhundert. Eine Bibliographie, 1988, 392 f.; Helmut Claus, Die Zwickauer Drucke des 16. Jahrhunderts 1, 1985, 9-23, 71-133; Hans-Jörg Künast, Johann Schönsperger d. Ä., der Verleger der Augsburger 'Taschenausgabe' der Schedelschen Weltchronik, in: 500 Jahre Schedelsche Weltchronik, 1994, 99-110; Ders., „Getruckt zu Augspurg“. Buchdruck und Buchhandel in Augsburg zwischen 1468 und 1555, 1997; Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997.



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