Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Schmückle

Hans-Ulrich, * 15.8.1916 Ulm, † 2.6.1993 Augsburg, Bühnenbildner

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 25.8.2009)

  • Sohn eines Staatsanwalts. 1932-1936 Volontär am Staatstheater Stuttgart. Studium an der Stuttgarter Kunstakademie bei Adolf Hölzel, in dessen Atelier er Oskar Schlemmer begegnete. Ab Sommersemester 1936 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Karl Caspar. 1938 Exmatrikulation wegen Beteiligung an einer Resolution gegen den Nachfolger des von den Nationalsozialisten entlassenen Caspar. 1940 Assistent des Ausstattungsleiters an den Städtischen Bühnen Düsseldorf. 1941-1945 Wehrdienst. 1946-1949 Bühnenbildner in Stuttgart (Schauspielhaus, Kammerspiele); Beginn der Zusammenarbeit mit Sylta Busse, die er 1957 heiratete. 1949 kurzzeitige Lehrtätigkeit zur Bühnenbildgestaltung an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. 1950/51 Ausstattungsleiter am Stadttheater Osnabrück, daneben Gastbühnenbildner am Staatstheater Stuttgart, an der Städtischen Oper Berlin und an den Theatern in Dortmund, Kassel und Aachen. 1954-1983 Ausstattungsleiter und Chefbühnenbildner der Städtischen Bühnen Augsburg (Theater Augsburg; rund 250 Bühnenbilder). 1962 Ermittlungsverfahren wegen des ’Verdachts der Verbreitung unzüchtiger Bilder’ in dem collagierte Zitate aus erotischen Gemälden von François Boucher (1703-1770) verwendenden Bühnenbild zu ’Figaros Hochzeit’ (Regie: Karl Bauer). Ausstattungen u. a. für die Freie Volksbühne Berlin (1962-1966) und andere Berliner Theater (Städtische Oper, Schillertheater, Theater am Schiffbauerdamm etc.), für das Züricher Schauspielhaus, die Festspiele von Salzburg und Edinburgh und den’Maggio Musicale Fiorentino’. Zusammenarbeit u. a. mit Harry Buckwitz, Walter Felsenstein, Fritz Kortner, Luigi Nono, Erwin Piscator, Manfred Wekwerth und Hermann Scherchen; Freundschaft mit Werner Egk. Stand seit den 1950er Jahren im Dialog mit DDR-Künstlern, Mitglied der (Ost-)Berliner Akademie der Künste, die auch einen Teil seines Nachlasses verwahrt (der andere Teil liegt im Theatermuseum München). 1983 Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen Augsburg, Träger des Werner-Egk-Preises der Stadt Donauwörth. In der Tradition Brechts und Caspar Nehers stehend, bildeten Schmückles Bühnenbilder jenseits bloßer Dekoration stets geistige Räume, motiviert durch die Dramaturgie des jeweiligen Stücks. Bruder des ehemaligen NATO-Generals und Publizisten Gerd Schmückle (* 1917).

Kürschners biographisches Theater-Handbuch, 1956, 657; Egon Kochanowski, Der obszöne Figaro, 1963; Riemann Musik-Lexikon, Erg.-Bd. 2, 1975, 587; Hans-Ulrich Schmückle – Sylta Busse: Theaterarbeit, 1975; Theater-Lexikon, 1983, 1146; Kosch 3, 2045; AZ, 16.4.1988, 3.6.1993; Alfred Böswald, Die Seele suchen, 1994, 89-97; Neue deutsche Biographie 23, 2007, 265-267.

Hans-Ulrich Schmückle



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