Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Schikaneder

Von: Günther Grünsteudel (1) / Rita Parisi (2) (Stand: 21.8.2009)

  • 1) Emanuel (eig. Johann Joseph), * 1.9.1751 Straubing, † 21.9.1812 Wien, Theaterdirektor, Schauspieler, Sänger, Bühnenautor und Komponist. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, erhielt er seine Schulbildung im Internat des Regensburger Doms und im dortigen Jesuitengymnasium St. Paul. Der heute vor allem als Textdichter von Mozarts ‚Zauberflöte’ bekannte, vielseitig begabte und als Bühnenautor und Komponist ungewöhnlich produktive Schikaneder hielt sich während seiner Wanderjahre des Öfteren in Augsburg auf. Wahrscheinlich 1773 erfolgte sein Theaterdebüt in der Truppe Franz Joseph Mosers in Augsburg. Kam 1776 als Mitglied der Innsbrucker Theatertruppe des Andreas Schopf erneut an den Lech. Am 9.2.1777 heiratete er im Augsburger Dom Maria Magdalena (genannt Eleonore) Arth. Im gleichen Jahr schloss er sich wieder der Truppe Mosers an und wurde 1778 deren Prinzipal. Während der Wintermonate 1778/79 und 1786/87 gastierte er erneut in Augsburg. Löste 1785 seine Truppe auf und gehörte in der Folge wechselnden Ensembles an, ehe er 1789 in das von seiner Frau geleitete Wiener Freihaustheaters eintrat.

  • 2) Eleonore (eigentlich Maria Magdalena), * 17.2.1751 Hermannstadt (Siebenbürgen), † 22.6.1821 Wien, Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin, Theaterdirektorin, Ehefrau von 1). Debütierte als Schauspielerin 1770 in Innsbruck. Kam wie ihr späterer Ehemann mit der Theatertruppe des Andreas Schopf nach Augsburg, die am 16.10. das neu erbaute Theater am Lauterlech (Stadttheater) eröffnete. Im Jahr darauf schloss sich das Ehepaar Franz Joseph Moser Schauspieltruppe an. Bei ihrem nächsten Augsburgaufenthalt in der Spielzeit 1778/79 wohnten die Schikaneders im Gasthof „Zu den Drei Königen“ (Jakoberstraße 28). Eleonore war wie ihr Ehemann ein Universaltalent. Sie spielte komische und naive Rollen, Liebhaberinnen und Heldinnen, trat aber auch als Sängerin und Tänzerin auf. Anfang der 1780er Jahre trennte sich das Ehepaar. 1788 Übernahme der Leitung des Wiener Freihaustheaters mit Johann Friedel (1751-1789). Nach dessen Tod führte sie das Theater mit Schikaneder weiter.

Friedrich August Witz, Versuch einer Geschichte der theatralischen Vorstellungen in Augsburg, 1876, 261; Hermann Endrös, Emanuel Schikaneder und das Augsburger Theater, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 55/56 (1942/43), 203-298; Anke Sonnek, Emanuel Schikaneder, 1999; Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil 14, 22005, 1339-1343; Augsburger Frauenlexikon, 2006, S. 132-134.

Emmanuel Schikaneder



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