Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Rosenberger

Hans, * um 1505, † 29.11. 1565, Kaufmann

Von: Prof. Dr. Mark Häberlein (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Arbeitete zunächst für die Firma der Bimmel. 1531 Gründungsmitglied der Haug-Langnauer-Linck-Gesellschaft (Kapitalbeteiligung 7000 fl) und Heirat mit Leonhard Bimmels Tochter Kunigunde. Gründete 1537 mit seinem Bruder Christoph († 1547) eine eigene Handelsfirma, die er nach dessen Tod mit seinem Bruder Marquard weiterführte. Das Unternehmen umfasste Berg-, Schmelz- und Hüttenwerke in Tirol, Kärnten, der Steiermark und zeitweilig im böhmischen Joachimsthal sowie Faktoreien in Augsburg, Nürnberg, Wien, Steyr, Antwerpen, Lyon, auf der iberischen Halbinsel (Sevilla, Cádiz, Toledo, Valladolid, Lissabon) und in Osteuropa (Olmütz, Danzig, Königsberg, Riga, Moskau). Den wichtigsten Zweig des Warenhandels bildete der Export von steyrischem Stahl nach Spanien und Portugal; daneben handelten die Rosenberger mit Holzfässern, Alaun, Juwelen, Pelzen, Salz und Getreide. Gewährte seit 1537 König Ferdinand I. mehrfach größere Darlehen. Nach dem Bankrott der Firma (rund 130.000 fl Schulden) 1560 floh Hans Rosenberger nach Kitzbühel, wo seine Söhne Hans und Karl später als Montanunternehmer noch eine gewisse Rolle spielten.

Josef Hagl, Entwicklung des Augsburger Großkapitals […] 1540-1618, München Diss. 1924, 115-117; Ilse Lutzmann, Die Augsburger Handelsgesellschaft Hans und Marquard Rosenberger, Diss. München 1937; Joachim Riebartsch, Augsburger Handelsgesellschaften des 15. und 16. Jahrhunderts., 1987, 59, 117 f., 155, 163 f., 199, 286; Hermann Kellenbenz, Die Fugger in Spanien und Portugal bis 1560 1, 1990, 346, 351, 357 f.; Ders., Schwäbische Kaufherren im Tiroler Bergbau, in: Schwaben-Tirol 2, 1989, 208-218; Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts, 1996, 704-711.



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