Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Rosen

Konrad von der (Kunz, eig. Röslin), * um 1450/60 Kaufbeuren, † 1519 Augsburg, Vertrauter und ’Lustiger Rat’ Kaiser Maximilians I.

Von: Dr. Peter Geffcken / Dr. Günter Hägele (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Ließ sich 1478 für die militärische Eskorte des Erzherzogs bei der Brautfahrt nach Burgund anwerben. Kleinwüchsig, jedoch offen, mutig und schlagfertig (Johann Jakob Fugger), erweckte er das Interesse Maximilians und begleitete ihn bei verschiedenen militärischen Unternehmungen. Als dieser 1482 in Brügge gefangengehalten wurde, unternahm er mit Ambrosius Hoechstetter und anderen mehrere Versuche, ihn zu befreien. Mit seinen skurrilen Einfällen machte er sich als Unterhalter bald unentbehrlich und zählte, auch nachdem Maximilian den Thron bestiegen hatte, zu den vertrautesten Mitgliedern seines Hofgesindes. Wie anekdotisch überliefert, zeigte der polyglotte und offenbar hochintelligente Rosen keine Scheu, auch hochgestellten Persönlichkeiten unverblümt die Meinung zu sagen. Da er zumeist den Kern der Dinge traf, verlor er nie die Gunst seines Herrn; der Kaiser berief ihn sogar in seinen Rat und erhob ihn in den Adelstand. Nachdem er 1506, in vorgerücktem Alter, die Bürgerstochter Felizitas Gräßlin geheiratet hatte, erwarb er in Augsburg ein Haus (Lit. F 406; heute Jesuitengasse 18; Gedenktafel) und hielt sich häufiger in der Stadt auf. Man spürt etwas von seiner schillernden Persönlichkeit, wenn Matthäus Schwarz, der ’Maximilians fre(u)denmacher’ während der Faßnacht 1504 als Page gedient hatte, resumierte: ’het gar einen besen strick aus mir gezogen’. Begraben in St. Anna. Literarisch verarbeitet wurde sein Leben von Ludwig Aurbacher (’Kunz von der Rosen, Kaiser Maximilians I. Rath’, 1834) und Gustav Freytag (Lustspiel ’Die Brautfahrt oder Kunz von der Rosen’, 1844).

Karl Friedrich Flögel, Geschichte der Hofnarren, 1789, 190-201; Allgemeine deutsche Biographie 29, 1889, 195-197.



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