Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Römisches Museum

Von: Dr. Lothar Bakker / Dr. Tilman Falk (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Eingerichtet in der ehemaligen Dominikanerkirche St. Magdalena und eröffnet am 29.10.1966 mit wesentlicher Unterstützung der Alt-Augsburg-Gesellschaft, enthält es Denkmäler und Fundstücke aus Augsburg und der Region Schwaben von der vorgeschichtlichen Zeit bis zur frühchristlichen und frühmittelalterlichen Epoche. Im Kirchenschiff sind v. a. Großobjekte (Steindenkmäler) plaziert, in den Seitenkapellen werden in sich geschlossene Epochenfunde und Objekte bestimmter Themenbereiche (wie Militär, Fernhandel und Verkehr) präsentiert. Auch die Stadtarchäologie zeigt jeweils eine Auswahl der neueren Grabungsfunde. Mit der Errichtung eines eigenen Römischen Museums als Teil der Kunstsammlungen und Museen wurde einer langen Tradition von Bemühungen um Erforschung der Ursprünge der Stadt und ihres römerzeitlichen Lebens Rechnung getragen. Zu den frühesten Bewahrern und Beschreibern antiker Relikte in Augsburg gehörten Konrad Peutinger und Markus Welser im 16. Jh. Im ’Rö­mischen Antiquarium’, 1822 von Johann Nepomuk von Raiser gegründet, später verbunden mit dem Historischen Verein für Schwaben, wurde die Sammlung, Erforschung und Pflege der antiken Überreste durch das ganze 19. Jahrhundert fortgesetzt. Bis zur Neuaufstellung im jetzigen Römischen Museum waren die Sammlungen großenteils im Maximilianmuseum ausgestellt bzw. deponiert. Unter den reichhaltigen Beständen, die neben den provinzialrömischen Sammlungen in München und Regensburg zu den bedeutendsten in Süddeutschland zählen, sind als Hauptstücke zu nennen: das 4,5 m hohe römische Pfeilergrabmal aus Oberhausen (gefunden 1709); Grabreliefs mit Darstellungen des Textilhandels, des Weintransports und ein Grabpfeiler mit Bildern des Weinverkaufs und der Bezahlung; der Augsburger Siegesaltar des Jahres 260 nach Christus zur Juthungenschlacht; ein bronzener Pferdekopf von einer monumentalen kaiserlichen Reiterstatue; der Römische Goldmünzenfund von St. Stephan (ergraben 1978); eine Sammlung von Bronzestatuetten. Aus vorgeschichtlicher Zeit sind das große Bonzegeschirrdepot von Ehingen (9 Jahrhundert v. Chr.), der Fund von Unterglauheim mit Eimer, Kesseln und zwei Goldbechern (9. Jahrhundert v. Chr.) sowie das auf um 778 v. Chr. datierte Wagengrab von Wehringen herausragend zu nennen. Zum Bereich des Römischen Museums gehören auch die römischen Relikte im übrigen Stadtgebiet wie z. B. an der Römermauer (vgl. auch Peutingerhaus, Sieben Kindeln).

Norbert Lieb, Der Aufbau des Augsburger Maximilianmuseums, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg 51 (1934/35), 157-193; Leo Weber, Römisches Museum Augsburg, 1981; Museen in Bayern, 21997, 33.

Römisches Museum (Foto: Peter Bögl)

Bronzener Pferdekopf von einer kaiserlichen Reiterstatue



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