Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Ritschart

(Ritshard, Ritzhart), Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1297-1365 in Augsburg nachweisbar. Der in der Literatur angenommene Zusammenhang mit dem 1237 in Bozen genannten Augsburger Kaufmann ’Hermannus Rossarcetus’ erscheint fraglich; Indizien für enge Verbindungen der Familie nach Tirol sind aber greifbar. Heinrich (I, † nach 1320) erscheint seit Ende des 13. Jahrhunderts als führendes Ratsmitglied; 1296-1316 amtierte er viermal als Stadtpfleger, 1309-1313 als Spitalpfleger. 1300 erhielt er für Tuch, das er an den Tiroler Hof geliefert hatte, 100 Mark. Bei seinem Sohn Ulrich (I, † nach 1325) ist die Verwendung als Unterhändler in Geleitsfragen (1321) ebenfalls Indiz für eine Tätigkeit als Kaufmann. Er saß mit dem Vater im Rat und wurde 1318 ebenfalls zum Stadtpfleger gewählt. Als Augsburger Bürger nachweisbar ist danach nur noch ein jüngerer H(einrich II) Ritschart († nach 1341), der 1332 als Steuermeister amtierte. Der ab 1351 mit Hausbesitz fassbare ’Magister Ritshardus phisicus de Verona’ († 10.5. nach 1359) war kein Bürger, ein entfernter verwandtschaftlicher Zusammenhang mit der Ratsfamilie erscheint aber möglich. Danach lassen sich nur noch Geistliche fassen. Als Weihbischof (episcopus Lucensis) wird 1355 der Dominikaner Johann Ritschart erwähnt, wohl identisch mit dem 1353 als Prior von St. Katharina urkundenden ’Johan Ritzhart’. Martin Ritschart († 5.8.1395) erscheint 1351-1365 als Chorherr bei St. Moritz, ab 1370 als Domherr in Brixen. Im Nekrolog von St. Moritz ist auch ein ’Ulricus (II) Ritschart sacerdos’ († 1.12.) belegt.

R. Hoffmann, Die A.er Baumeisterrechnungen 1320-1331, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 5 (1878), 20-90; Leo Santifaller, Das Brixner Domkapitel in seiner persönlichen Zusammensetzung im Mittelalter, 1924, 437-438; Franz Bastian, Oberdeutsche Kaufleute in den älteren Tiroler Raitbüchern 1288-1370, 1931, 79, 137 f., 187; Albert Haemmerle, Die Canoniker des hohen Domstiftes zu Augsburg [...], 1935, 203; Ders., Die Canoniker der Chorherrenstifte St. Moritz, St. Peter und St. Gertrud in Augsburg, 1938, 103; K. Sieber, Die Anfänge des Augsburger Patriziats bis zum Stolzhirsch-Aufstand, Zulassungsarbeit München 1968, 107 f.; Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 2014.



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