Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Riederer II

(’mit dem Kopf’), Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1342-1420 in Augsburg nachweisbar. Kirchliches Zentrum der Familie war St. Moritz. Erster gesicherter Vertreter ist der Goldschmied Konrad Riederer († 5.2.1345), der erst kurz vor seinem Tod in den Quellen identifizierbar ist. Die Goldschmiede Johann und Heinrich Riederer zählen nicht zur agnatischen Verwandtschaft; sie werden 1355 als Schwestersöhne des Konrad bezeichnet. Wohl erst nach der Verfassungsreform von 1340 gelangte er in den Rat und amtierte 1342 als Baumeister. Unter seinen fünf Söhnen erlebte die Familie einen weiteren Aufstieg. Peter (I, † 1390) wurde 1361 zum Stadtpflerger gewählt. Politisch noch bedeutender wurde dessen jüngerer Bruder Bartholomäus († 1380/82), der zweimal als Stadtpfleger amtierte. In den 1360er Jahren sind beide als Kaufleute bezeugt, Bartholomäus sogar als Leiter einer Handelsgesellschaft. Das Fehlen erwachsener Söhne führte zu einer drastischen Dezimierung der Familie. Anfang des 15. Jahrhunderts lebten in Augsburg nur noch die Brüder Leonhard († 1413) und Peter (III, † 1419/ 20), die als Ratsherren oder Kaufleute aber nicht mehr besonders hervortraten. Da ihre Ehen kinderlos blieben, ist die Familie in Augsburg 1420 im Mannesstamm erloschen. In einem Haus am Perlach, das Klara, Witwe des Weinschenken Hans Ainweig († 1401/02), ihrem Mann Peter (III) als Heiratsgut zugebracht hatte, war der erste bekannte Sitz der Herrenstube.

Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 7080 f.; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, 177 f., 190, 228 f., Anh. 10-59, 229-233.



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