Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Riederer I

(’von der Lilie’), Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1303-1406 in Augsburg nachweisbar. Der wohl vom Ortsnamen ’Ried’ (u. ä.) abgeleitete Zuname ist für verschiedene, zumeist nichtverwandte Augsburger Familien belegt. Zuerst fassbar wird ein Konrad Riederer, der zum verwandtschaftlichen Umfeld der Liutfrid zählt und 1304 im Rat belegt ist. Die 1344 als Kläger um ’Haintz Liutfrid’ genannten fünf Riederer-Brüder sind wohl seine Söhne. Der älteste, Magister Ulrich († 1344/46), war als Stadtschreiber tätig. Die bedeutendste Gestalt ist jedoch der zweite Bruder, Berchtold (I, ’bei der Horbrugg’, † 1369/72), der ab 1342 dreimal als Stadtpfleger amtierte. Seine Erwähnung als Ratsmitglied ’von Herren’ 1369 belegt, dass die Riederer auch nach Einführung der Zunftverfassung (Zunfterhebung) zum Patriziat zählten. Sein Sohn Berchtold (II, † nach 1383) wanderte nach Lauingen ab. Mit Liutfrid (II, † 1406/07?), dem Sohn seines gleichnamigen Bruders, verschwinden die Riederer 1406 aus den Quellen. Als Familienmitglied lässt sich auch der Regensburger Domherr Johann Riederer († 31.10.) identifizieren, der unter Bischof Walter (II.) als Generalvikar wirkte und 1376 im Dom einen Altar stiftete. Einem nach Aichach abgewanderten Seitenzweig entstammte Ulrich Riederer, der Kanzler Friedrichs III.

Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 3359; R. Wagner, Eberhard Riederer, in: Aichacher Heimatblatt 26 (1978) H. 5, 19-21; Peter Moser, Das Kanzleipersonal Kaiser Ludwigs des Bayern, 1985, 242-245; Christine Reinle, Ulrich Riederer, 1993; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, Anh. 223-231.



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