Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Portner

(Portenarius), Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1249-1398 in Augsburg nachweisbar; nicht identisch mit der Ministerialenfamilie de Porta (’vom Burgtor’). Ursprünglich Inhaber des domkapitelschen Pförtneramtes am Frauentor und wohl Ministerialen. Seit Ende des 13. Jahrhunderts schob sich die Familie in den Vordergrund und erreichte in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts eine führende politische Stellung. Zeitweilig saßen drei Brüder gleichzeitig im Rat, zwei von ihnen wurden Stadtpfleger. Herausragende Bedeutung unter ihnen besaß Heinrich (III, † 1354/65), der seit 1318 im Rat genannt wird und 1322 erstmals als Stadtpfleger amtierte. Eigener Herrschaftsausbau (1329 Kauf von Wellenburg), vielleicht auch Beteiligung an Finanztransaktionen des Bischofs führten zu starker Verschuldung (als Gläubiger traten auch Regensburger Juden auf) und zwangen zum Verkauf großer Besitzkomplexe. Während des Judenprogroms von 1348 unternahm er einen Umsturzversuch, scheiterte jedoch und wurde mit seinen Söhnen aus Augsburg verbannt.

Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 2353 f.; K. Sieber, Die Anfänge des Augsburger Patriziats bis zum Stolzhirsch-Aufstand, Zulassungsarbeit München 1968; Sabine Mütschele, Juden in Augsburg, Diss. Stuttgart 1995, 276-290.



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