Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Augsburger Philharmoniker

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 4.11.2016)

  • Die Augsburger Philharmoniker wurden 1865 auf Vereinsbasis als „Städtisches Orchester“ vor allem für den Einsatz im Stadttheater (Theater Augsburg) gegründet, spielen aber bereits seit 1910 auch eigene Sinfoniekonzerte. Eine städtische Unterstützung von anfangs 3000 Gulden war insbesondere als Überbrückungsgeld für die in der Sommerpause nicht besoldeten Musiker gedacht. Im Lauf der Jahre stieg der jährliche Zuschuss bis auf 113.000 Mark. 1919 wurden Theater und Orchester von der Stadt übernommen; die Anzahl der Musiker, die nunmehr einen beamtenähnlichen Status erhielten, erhöhte sich von durchschnittlich 34 (1865) auf über 40. Prägende Dirigentenpersönlichkeiten der Zwischenkriegszeit waren die 'Städischen Kapellmeister' Josef Bach (1919-1931), Ewald Lindemann (1931-1933) und Martin Engelkraut (1933-1944), aber auch die als '1. Kapellmeister' wirkenden Karl Tutein (1917-1928) und Paul Frankenburger (1924-1931; seit 1933: Paul Ben-Haim). Berühmte Gastdirigenten jener Jahre waren u. a. Hans Pfitzner, Richard Strauss und Felix von Weingartner. Nach Kriegsende wurde das Orchester noch 1945 neu formiert und von den 'Städtischen Kapellmeistern' Fritz Schnell (1945-1952) und Anton Mooser (1946-1969) bald wieder zu früherem Niveau geführt. In diesen Jahren gehörten auch später berühmte Dirigenten wie Wolfgang Sawallisch (1947-1953) und Heinz Wallberg (1954-1955) den 'Städtischen Bühnen' an. Seit 1960 amtieren die Musikalischen Leiter des Orchesters als 'Generalmusikdirektoren': István Kertész (1960-1963; Kapellmeister schon seit 1958), Hans Zanotelli (1963-1972), Gabor Ötvös (1972-1981), Bruno Weil (1981-1989), Michael Luig (1989-1994), Peter Leonard (1995-2002), Rudolf Piehlmayer (2002-2009), Dirk Kaftan (2009-2014) und Domonkos Héja (seit 2015). Seit 1976 firmierte das Orchester als 'Philharmonisches Orchester Augsburg', seit 2012 führt es seinen heutigen Namen. Mit derzeit 70 Planstellen ist es in der Gruppe B des Tarifvertrags für Kulturorchester eingestuft.

  • Als größter sinfonischer Klangkörper der Stadt bestreiten die Augsburger Philharmoniker rund 120 Musiktheater- und Ballettvorstellungen pro Jahr; hinzu kommt ein Dutzend sinfonischer Programme: Klassische Sinfoniekonzerte unter der Leitung des GMD und renommierter Gastdirigenten, das traditionelle Silvesterkonzert, Open-Air-Konzerte und Gala-Programme. Mit einem umfangreichen musikpädagogischen Programm werden pro Jahr mehrere Tausend junge Menschen in und um Augsburg erreicht. Eine Kammermusikreihe rundet den Konzertspielplan ab. Das Repertoire des Orchesters deckt ein großes Spektrum ab, von Barockmusik über Klassik und Romantik bis hin zu neuer und neuester Musik. Gastspiele führten und führen die Augsburger Philharmoniker in die Region und durch Süddeutschland, aber auch nach Mallorca, Italien, Frankreich und in die Türkei.

Richard Hauber, Geschichte des Augsburger Orchesters, 1924; 100 Jahre Städtisches Orchester Augsburg, 1965; Deutsches Bühnen-Jahrbuch; Homepage: www.theater-augsburg.de.



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