Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Musculus

Wolfgang (Mäuslin, Meuslin, Müslin), * 8.9.1497 Dieuze (Lothringen), † 31.8.1563 Bern, Reformator, Prädikant

Von: Dr. Katharina Sieh-Burens (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Sohn eines Küfers. Nach Besuch der Humanistenschulen von Rappoltsweiler, Colmar und Schlettstadt, 1512 Eintritt in das Benediktinerkloster Lixheim (Lothringen), wo er Theologie studierte und die Frühschriften Luthers kennenlernte (1518). Schlug 1527 die Wahl zum Prior aus, verließ das Kloster und zog nach Straßburg. Heiratete die Nichte des Lixheimer Priors, Margaretha Barth, arbeitete zeitweise als Weber, studierte alte Sprachen und begann, gefördert von Wolfgang Capito, Martin Bucer und dem Straßburger Bürgmermeister Jakob Sturm, seine Predigertätigkeit. 1528 Diakon am Straßburger Münster. Kam 1531 auf Vermittlung Bucers nach Augsburg, predigte anfangs in Heilig Kreuz, ab 1537 am Dom. Trug zusammen mit Bonifatius Wohlfahrt entscheidend zur Einführung der Reformation in Augsburg (1534) bei. Nahm, auf Ausgleich bedacht, 1536 an den Wittenberger Konkordieverhandlungen und 1540/41 an den Religionsgesprächen in Worms und Regensburg teil. War 1537 an der Einführung der Augsburger Kirchenordnung beteiligt. Seit 1540 Führer des evangelischen Kirchenministeriums, 1543 Unterschulherr. 1544 Einführung der Reformation in Donauwörth. Verließ Augsburg 1548 nach Verkündung des Augsburger Interims. Gelangte über Zürich, Basel, Konstanz, St. Gallen und wieder Zürich nach Bern, wo er mit Hilfe Vadians eine Theologieprofessur (1549-1563) erhielt. Verfasser zahlreicher theologischer und reformatorischer Schriften mit den Schwerpunkten Exegese und systematische Theologie.

Rudolf Dellsperger, Wolfgang Musculus, in: Die Augsburger Kirchenordnung von 1537 und ihr Umfeld, 1988, 91-110; Ders., Bucer und Musculus, in: Martin Bucer and the 16th century Europe 1, 1993, 419-427; Theologische Realenzyklopädie 23, 1994, 439-441; Wolfang Musculus und die oberdeutsche Reformation, 1997; Neue deutsche Biographie 18, 1997, 627 f.; Rudolf Dellsperger, Wolfang Musculus, in: '... wider Laster und Sünde', 1997, 62-69, 176-181, 191-195.

Wolfgang Musculus



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