Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Münch

Bankiersfamilie

Von: Günther Grünsteudel / Prof Dr. Wolfgang Wüst (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Der einer Frankfurter Bankiersfamilie entstammende Christian Münch d. Ä. (* 1690, † 1757) war seit 1708 in der Raunerschen Silber- und Wechselhandlung tätig. 1713 heiratete er Anna Barbara (* 1692, † 1758), die Tochter des Johann Thomas von Rauner d. Ä. und übernahm mit seinem Schwager Johann Thomas von Rauner d. J. die Leitung des Unternehmens, das nach dem Tod des jüngeren Rauner 1728 in seinen Besitz überging und zu einem der wichtigsten Bankhäuser Süddeutschlands wurde. Erwarb u. a. 1729 von den Langenmantel die Herrschaft Aystetten. 1731 Nobilitierung (’Münch auf Aystetten’), Aufnahme in die Herrenstube und ins Patriziat. Auf seiner Plantage in der britischen Kolonie Georgia (Nordamerika) wurden 1733 Salzburger Exulanten angesiedelt. Seine Söhne Johann Karl (* 14.2.1723, † Febr. 1778) und Christian d. J. (* 15.10.1728, † Mai 1780) führten ab 1749 das väterliche Bankhaus weiter. 1772 erwarb Christian d. J. aus der Konkursmasse des Bankiers Georg Jakob von Köpf das Haus Lit. B 258 (heute: Martin-Luther-Platz) als Stadtresidenz und Sitz des Bankhauses Münch, das bis 1808 bestand. 1777 bzw. 1780 errichteten Johann Karl bzw. Christian d. J. zwei mit jeweils 12.000 Gulden dotierte wohltätige Stiftungen, die, primär für evangelische ’Glaubensgenossen’ bestimmt, der Förderung der Jugendbildung, der Erleichterung gewerblicher Niederlassung und ganz allgemein der Unterstützung Bedürftiger zugute kommen sollten. Eine noch von Christian Münch d. Ä. errichtete Stiftung konnte erst 1822 nach langjährigem Rechtsstreit wirksam werden. Alle drei Stiftungen flossen später in die Protestantische Wohltätigkeitsstiftung ein.
  • Gebrüder-Münch-Straße (1971, Jakobervorstadt-Nord, Amtlicher Stadtplan K 8).

Anton Werner, Die örtlichen Stiftungen für die Zwecke des Unterrichts und der Wohltätigkeit in der Stadt Augsburg, 1899; Anton Mayr, Die großen Augsburger Vermögen 1618-1717, 1931, 68-75; Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 806; Wolfgang Zorn, Handels- und Industriegeschichte Bayerisch-Schwabens 1648-1870, 1961.



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