Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Mozart

Maria Anna Thekla ('Bäsle'), * 25.9.1758 Augsburg, † 25.1.1841 Bayreuth

Von: Günther Grünsteudel / Dr. Peter Stoll (Stand: 1.9.2009)

  • Ihr Vater, der Buchbinder Franz Aloys Mozart, war ein Bruder Leopold Mozarts. Erste Begegnungen mit Cousin Wolfgang 1763 und 1766. Auf seiner Reise nach Mannheim und Paris machte Wolfgang Amadé Mozart in Begleitung seiner Mutter zwischen dem 11. und 26. Oktober 1777 in Augsburg Station. Maria Anna Thekla begleitete ihren 'allerliebsten Herrn Vetter' bei verschiedenen Besuchen und Veranstaltungen. 'Wir zwey taugen recht zusammen', berichtete er seinem Vater und beteuerte, 'daß unser bäsle, schön, vernünftig, lieb, geschickt und lustig ist.' Zwischen Oktober 1777 und Februar 1778 erhielt sie aus Mannheim von Mozart fünf jener berühmten sog. 'Bäsle-Briefe', von denen neun überliefert und mindestens drei verschollen sind. Den letzten dieser Briefe erhielt sie am 23.10.1781, nachdem sich Mozart in Wien in Konstanze Weber verliebt  hatte. Die Briefe Maria Anna Theklas sind dagegen allesamt verschollen. 1799 sandte Mozarts Witwe Konstanze die Briefe an den Verlag Breitkopf & Haertel, der Unterlagen für eine Biographie Mozarts sammelte: 'die freilich geschmacklosen, aber doch sehr wizigen briefe an seine Base verdienen auch wohl eine Erwähnung, aber freilich nicht ganz gedruckt zu werden.' Lange Zeit wurden sie denn auch nur auszugsweise veröffentlicht.  Mozart s Sohn Carl Thomas, der mindestens fünf der Briefe besaß, erwog der 'derben Späße' wegen sogar ihre Vernichtung. Ob er dafür verantwortlich ist, dass ein Teil der Briefe verschwand, ist ungewiss. Maria Anna Thekla lebte wohl seit 1805 bei ihrer seit 1802 verheirateten unehelichen Tochter Josepha (* 1784) in der Klinkertorstraße und zog mit ihr 1812 nach Kaufbeuren und 1814 nach Bayreuth.

Mozart, Briefe und Aufzeichnungen, 1962 ff.; Ludwig Wegele, Der Lebenslauf der Marianne Thekla Mozart, 1967; Mozarts Bäsle-Briefe, 1978; Das Mozart-Lexikon, 2005, 461-465.



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