Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Mörlin

Konrad, * 1451/52 Augsburg, † 2.2.1510, Abt von St. Ulrich und Afra

Von: Dr. Rolf Schmidt (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Sohn des aus Ulm zugewanderten Konrad Mörlin und einer geb. Ridler. Schulbildung bei St. Ulrich und Afra. Profess 1473. Kehrte nach Gastaufenthalt im Kloster Tegernsee und begonnenem Noviziat in der Kartause Buxheim nach St. Ulrich und Afra zurück und war zweimal Prior des Klosters. Am 30.1.1496, nach dem Tod seines Vorgängers, Wahl zum Abt als Kompromisskandidat. Seine Frömmigkeit, Milde und sein Verwaltungsgeschick werden gerühmt. Pflegte das geistliche und geistige Leben im Kloster, das zu seiner Zeit besonders blühte. Trug durch Entsendung Augsburger Mönche (Sigismund Lang) auch zur Reform anderer Klöster (z. B. Reichenau) bei. Pflegte besonders den Kult des hl. Simpert. Eigene literarische Tätigkeit ist nicht bezeugt. Mörlin war Mitglied der Sodalitas Litteraria Augustana. Beschäftigte für das Kloster die besten Augsburger Künstler (Hans Holbein d. Ä., Gregor Erhard, Jörg Seld). Sein 1497 in Auftrag gegebenes Epitaph (Maximilianmuseum) geht möglicherweise auf einen Entwurf Holbeins zurück. Hinterließ, wohl infolge der Bau- und Ausstattungsmaßnahmen an Kloster und Kirche, eine Schuldenlast von 14.000 Gulden, die zu Auseinandersetzungen mit dem Konvent und zum Eingreifen des Bischofs führte.

Archiv für die Geschichte des Hochstifts Augsburg 3 (1860), 404 ff.; Wilhelm Liebhart, Die Reichsabtei St. Ulrich und Afra zu Augsburg, 1982, 156-161; Neue deutsche Biographie 17, 1994, 630.

Epitaph für Konrad Mörlin



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