Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Maximilianstraße

(Stadtbezirk Innenstadt, Amtlicher Stadtplan K 8/9)

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Die in Nord-Süd-Richtung verlaufende und durch Rathaus- und Ulrichsplatz begrenzte Maximilianstraße ist spätantiken Ursprungs (Friedhofs- und Wallfahrtsweg zum Grab der heiligen Afra). Sie entstand seit dem frühen Mittelalter (bereits 973 erwähnt bei der Palmsonntagsprozession des heiligen Ulrich) und bildete zusammen mit ihrer nördlichen Verlängerung (Karolinenstraße, Hoher Weg) das Rückgrat für den Ausbau der Stadt zwischen Dom und St. Ulrich und Afra. Bis ins 19. Jahrhundert zeigte sie sich als eine gegliederte Folge von Plätzen. Gemäß der jeweiligen Nutzung hieß der Abschnitt zwischen Rathaus und Moritzplatz Brotmarkt, die daran anschließenden Bereiche wurden Holzmarkt und Weinmarkt genannt. Drei monumentale Brunnenanlagen um 1600, Augustus-, Merkur- und Herkulesbrunnen, markieren die Zäsuren zwischen diesen Plätzen. Der Weinmarkt war immer wieder Schauplatz großer öffentlicher Ereignisse, etwa während der Reichstage des 16. Jahrhunderts: 1566 Regalienverleihung durch Kaiser Maximilian II. an Kurfürst August von Sachsen; 1632 Treueschwur der Augsburger Bürger vor Gustav II. Adolf von Schweden etc. Eine Reihe der repräsentativsten bürgerlichen Wohnbauten der Stadt (Fuggerhäuser, Nr. 36/38; Schaezler-Palais, 46; Roeck-Haus, 51 etc.) prägen das im frühen 19. Jahrhundert entstandene, prospektartige Straßenbild mit St. Ulrich und Afra als südlichem Blickfang, das nach dem Abbruch (1809) der den Straßenzug ab dem Weinmarkt teilenden Häuserzeile Siegelhaus, Wein- und Salzstadel entstand. Erst jetzt erhielt die Maximilianstraße ihre heutige Benennung, zunächst nach dem bayerischen König Maximilian I. und 1957 nach Kaiser Maximilian I. Nach jahrelanger, kontrovers geführter Diskussion über die künftige Gestaltung der Maximilianstraße (weiterhin Individualverkehr oder Fußgängerzone, Begrünung etc.) wurde 1992 der Bereich zwischen Moritzplatz und Perlachturm für den Individualverkehr gesperrt.

Hille Demmler-Mosetter, Die Maximilianstraße, 1978; Astrid Debold-Kritter, Augsburg in frühen Photographien 1860-1914, 1979, 42-69; Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, 12 f., 306-325; Wandel und Stillstand. Die Plätze der Maximilianstraße in Augsburg, 1996.

Maximilianstraße gegen St. Ulrich und Afra, nach 1809

Maximilianstraße, heutige Sicht von St.Ulrich (Foto: Peter Bögl)



Wir freuen uns über Ihre Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen zu den einzelnen Artikeln. Allerdings behalten wir uns das Recht vor, ungemessene Kommentare zu ignorieren. Gerne können Sie auch direkt per eMail Kontakt mit uns aufnehmen.

Kommentar zu diesem Artikel verfassen

Name:
Email:

Kommentar:
Bitte abgebildeten Sicherheitscode eingeben:


 



Wißner-Verlag Tel. 0821/25989-0