Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Lotzbeck

Unternehmerfamilie

Von: Günther Grünsteudel / Dr. Gabriele von Trauchburg (Stand: 14.9.2009)

  • Die evangelische Familie Lotzbeck stammte ursprünglich aus Weißenburg (Mittelfranken) und führte seit 1559 ein von Kaiser Ferdinand I. verliehenes Wappen. Der Fabrikant Carl Ludwig Freiherr (seit 1815) von Lotzbeck (* 7.2.1754 Lahr/Baden, † 13.5. 1826 ebenda) übernahm nach dem  Konkurs der Schüleschen Kattunfabrik (1811) deren Gebäude und gründete dort 1812 eine Niederlassung seiner Lahrer Schnupftabakfabrik, die zunächst von seinem Sohn Carl Ludwig d. J. (* 29.11.1786 Lahr, † 18.1.1873 München) geleitet wurde. 1813 trat sein Neffe und späterer Schwiegersohn Ludwig Sander als Teilhaber in die Firma ein und leitete die Fabrik. Die Lotzbeck-Söhne Carl Ludwig und Ferdinand (1792-1883) blieben mit 50.000 Gulden beteiligt. 1820 Errichtung eines Fabrik-Neubaus auf dem Gelände des heutigen Stadtmarkts , wo bis 1928 produziert wurde. 1818 zog sich Lotzbeck sen. von den Geschäftenzurück. Auch nach Vereinigung der Werke in Lahr und Augsburg (1820, ’Lotzbeck & Cie.’) wurde das Augsburger Werk von Sander geleitet, das Stammunternehmen hingegen von Ferdinand von Lotzbeck, während sich Carl Ludwig d. J. verstärkt politisch engagierte. Seit 1819 Abgeordneter in der 2. Kammer der badischen Landstände; Befürworter des Freihandels und eines deutschen Zollvereins. Seit 1833 Mitglied der 1. bayerischen Kammer, erblicher Reichsrat der Krone Bayern (1834). 1835 beteiligte sich Carl Ludwig d. J. durch Geldeinlagen (500.000 Gulden) an der Gründung der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank und wirkte bei der Abfassung ihrer Statuten mit. Förderer von Kunst und Wissenschaft.
  • Lotzbeckstraße (Am Schäfflerbach und Wolfram- und Herrenbachviertel, Amtlicher Stadtplan L 9).

Ernst Heinrich Kneschke, Neues allgemeines deutsches Adelslexicon 6, 1865, 21 f.; R. Ledermann, Zur Geschichte des Tabakwesens in Augsburg, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 37 (1911), 137; Wolfgang Zorn, Handels- und Industriegeschichte Bayerisch-Schwabens 1648-1870, 1961; Neue deutsche Biographie 15, 1987, 253 f.



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