Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Lithographie

Von: Dr. Rolf Biedermann (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Die jüngste der drei klassischen Drucktechniken wurde von Alois Senefelder 1796 in München erfunden und 1799 durch seine Brüder Theobald und Georg im Augsburger Musikverlag Gombart eingeführt. Nach Erscheinen seines ’Vollständigen Lehrbuchs der Steindruckerey’ (1818) rasche Verbreitung in Europa. Bestimmende Technik für die Kunst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Senefelder suchte anfangs nach einem einfachen und billigen Verfahren für den Notendruck. Dabei dachte er zunächst an ein Hochdruckverfahren (zehn Steine mit Hochätzung haben sich aus dieser Experimentierphase in den Kunstsammlungen Augsburg erhalten). Er entdeckte die besonderen Eigenschaften des Solnhofer Jurakalks, der an fettigen Partien die Druckfarbe annimmt, an fettlosen und angefeuchteten abstößt, und entwickelte auf dieser Grundlage seine Erfindung ’auf Stein zu schreiben’. Drucke bis 1821 gelten als ’Frühlithographien’ oder ’Inkunabeln’. Sie zeigen grobes Korn und geringe Kontrastwirkung und sind zumeist von großer Seltenheit. An Augsburger 'Inkunabeln' haben sich nur etwa ein Dutzend Blätter erhalten. In Augsburg vollbrachte außer Johann Moritz Rugendas kein anderer Künstler überregionale Leistungen in der neuen Technik. Achtbare Ergebnisse erzielten Michael Fröschle und Michael Veith.

Albert Hämmerle, Die Lithographie in Augsburg, 1927; Josef Mančal, Augsburger Musikleben, in: Aufbruch ins Industriezeitalter 2, 1985, 544-555; Michael Twyman, Early lithographed music, 1996, 63 f.; Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997.



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