Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Lindener

Michael, * um 1520 Leipzig, † 7.3.1562 Friedberg bei Augsburg (hingerichtet), Schwankdichter

Von: Prof. Dr. Günther Kapfhammer / Günther Grünsteudel (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Als Famulus von Hieronymus Dungersheim und Student (Matrikel 1544) in Leipzig bezeugt. Unstetes Wanderleben. 1550-1556 in Nürnberg als Korrektor bei dem Verleger Daubmann tätig. Ab 1557 in und um Augsburg nachweisbar, wo er in Anton Baumgartner einen Gönner fand, der ihm eine Stellung als Lehrer an der Schule des Klosters St. Ulrich und Afra verschaffte. Erstach im August 1561 einen Wirt, worauf er wegen Mordes angeklagt und hingerichtet wurde. Bekannt durch seine Schwanksammlungen ’Katzipori’ und ’Rastbüchlein’ von 1558, in denen er mit sprachlicher Finesse und in spielerischem Umgang mit Tabus aktuelle Augsburger Schwänke bzw. umlaufende Schwanküberlieferungen mit Augsburger Örtlichkeiten und Personen in Verbindung brachte. Sicherte damit Augsburg einen Platz unter den deutschen Schwankorten des 16. Jahrhunderts.

Friedrich Roth, Zur Lebensgeschichte Michael Lindeners, in: Euphorion 20 (1913), 488-491; Karl Schottenloher, Michael Lindener als Schriftenfälscher, in: Zentralblatt für Bibliothekswesen 56 (1939), 335-347; Neue deutsche Biographie 14, 1985, 597; Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache 7, 1990, 299 f.; Enzyklopädie des Märchens 8, 1996, 1083-1088.



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