Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Kurz

Michael, * 4.6.1876 Gunterding, Gemeinde Außernzell (Niederbayern), † 8.2.1957 [Augsburg-] Göggingen, Architekt

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 20.8.2009)

  • Uneheliches Kind der Bauerstochter Emilie Kurz. Der Wunsch, ein Architekturstudium zu beginnen, scheiterte an den ärmlichen Verhältnissen, in denen Kurz aufwuchs. Trat im Januar 1896 auf Vermittlung seines Onkels Wilhelm Klippel, Bildhauer und Lehrer an der Münchner Gewerbeschule, als Zeichenlehrling in das Baubüro Heinrich von Schmidts in München ein und besuchte gleichzeitig die Baufachabteilung der Gewerblichen Fortbildungsschule. Seit 1897 Mitarbeit im Baubüro Hans Schurr (Klosterkirche St. Ottilien, St. Josef München). Seit 1902 selbstständig und seit 1907 als freischaffender Architekt in Göggingen ansässig. 1912 Eintritt in die Augsburger Künstlervereinigung „Die Ecke“ (1914-1928 fast ununterbrochen 1. Vorstand). Zahlreiche Kirchenbauten in ganz Bayern, davon in Augsburg Herz Jesu (1907-1910), St. Anton (1924-1928) und St. Konrad (1937-1939). 1925 Ernennung zum Professor. Erweiterung bzw. Umgestaltung von St. Peter und Paul in Oberhausen (1925 nach Plänen aus dem Jahr 1909), St. Georg und Michael in Göggingen (1921/26) und Heiligste Dreifaltigkeit (1925-1929). Zeitweise Zusammenarbeit mit Hans Döllgast (z. B. Umgestaltung von St. Joseph 1927-1929) und Thomas Wechs. Nach dem Krieg Wiederaufbau von St. Ursula (1947-1954), St. Joseph (1945-1950), Heilig Kreuz (1948-1957) und Heiligste Dreifaltigkeit (1949/50). 1951/52 Neubau von St. Elisabeth. Durch Abkehr vom Historismus und Verbindung von feierlichem Altarhaus und einheitlichem Gemeinderaum erlangte Kurz richtungweisende Bedeutung für die Kirchenarchitektur des 20. Jahrhunderts.
  • Professor-Kurz-Straße (1959, Göggingen-Nordost, Amtlicher Stadtplan H 11).

Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 22, 1929, 137; Michael Kurz, 1929; Vollmer, Hans (Hrsg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts 3, 1956, 143; Das Münster 10 (1957), 140 f.; Hugo Schnell, Der Kirchenbau des 20. Jahrhunderts in Deutschland, 1973; Neue deutsche Biographie 13, 1982, 336 f.; Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994; Ulrike Laible, Bauen für die Kirche, 2003.



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