Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Kriegerdenkmale, Mahnmale

Von: Franz Schreiber / Günther Grünsteudel (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Kriegerdenkmale: Das Siegesdenkmal (1876) auf dem Fronhof erinnert an den deutsch-französischen Krieg 1870/71 und die Reichsgründung. Das 1887 in der späteren Hindenburgkaserne errichtete Ehrenmal für die Gefallenen des 4. Feldartillerie-Regiments ’König’ von 1866 und 1870/71 (Entwurf: Friedrich von Thiersch) wurde 1927 in das von Thomas Wechs und Fritz Beck gestaltete Regimentsdenkmal des Verbands der ehemaligen Königs-Artilleristen integriert und 1989 in die Prinz-Karl-Kaserne (Nordtrakt) versetzt. 1898 wurde auf dem Exerzierhof der Prinz-Karl-Kaserne anlässlich der 200-Jahrfeier des 3. Infanterie-Regiments ’Prinz Karl von Bayern’ ein Regimentsdenkmal errichtet, das 1933 umgestaltet wurde. 1916 wurde auf dem Fischmarkt eine 1945 wieder entfernte Wehrsäule (Otto Holzer) enthüllt. 1928 entstand die Kriegergedächtnissiedlung im Hochfeld. Ein Kriegerdenkmal der Stadt Augsburg existiert nicht, entsprechende Denkmale in den eingemeindeten Stadtteilen gehen auf die Zeit von deren Selbständigkeit zurück: Das Lechhauser Kriegerdenkmal (1887) wurde 1952 wegen Veränderung der Straßenführung abgebaut (seither verschollen); 1964 wurde auf dem Platz zwischen Widder- und Neuburger Straße ein neues Kriegerdenkmal gestaltet. Das ursprünglich aus der gleichen Zeit stammende Pferseer Kriegerdenkmal auf dem Kirchplatz vor Herz Jesu wurde 1953 von Michael Kurz erneuert. Das Haunstetter Kriegerdenkmal, ein Kalksteinpfeiler (Weihe 1920), wurde in den 1960er Jahren von seinem ursprünglichen Standort nördlich von St. Georg an den Friedhof an der Bürgermeister-Widmeier-Straße verlegt (weitere Kriegerdenkmale in anderen ehemals selbstständigen Stadtteilen).
  • 2) Mahnmale: Im Oktober 1945 wurde an der Ecke Haunstetter-, Schertlinstraße das sogenannte Litauerkreuz zum Gedenken der gefallenen und geflüchteten Litauer errichtet. Am 9.9.1950 wurde auf dem Jüdischen Friedhof eine Gedenkstätte für die 500 NS-Opfer der Augsburger Kultusgemeinde eingeweiht. Am gleichen Tag Weihe des Mahnmals und der KZ-Grä­berstätte auf dem Westfriedhof, die 235 KZ-Opfern (darunter 40 aus Augsburg) als letzte Ruhestätte dient. Der ebenfalls auf dem Westfriedhof gelegene Ehrenhain für die Gefallenen und Luftkriegsopfer des Zweiten Weltkriegs wurde 1951 vom VdK gestiftet; rund 1100 Kriegsopfer sind hier bestattet. In dessen unmittelbarer Nähe wurde am 1.3.1953 ein Ehrenmahl für die verstorbenen Heimatvertriebenen geweiht. 1959 wurde auf dem Kirchhof von St. Ulrich und Afra das Barbara-Denkmal errichtet. 1964 entstand An der Blauen Kappe ein städtisches Mahnmal für die Kriegsopfer und die Zerstö­rungen des Zweiten Weltkriegs in Form eines Glockenturms. Außerdem Mahnmale der Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs (Neudek, Reichenberg).

Schwäbische Landeszeitung, 11.9.1950, 26.2.1951, 2.3. und 12.5.1953; Augsburger Allgemeine, 31.7.1964; Josef Mančal, Augsburg in alten Ansichten, 1983, 112; Lechhausen, 1985, 143; Augsburger Allgemeine, 10.8.1989; Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, 118, 174, 200, 396, 464.



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