Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Konzentrationslager

Von: Gernot Römer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Als im Zweiten Weltkrieg Arbeitskräfte immer knapper wurden, entstanden hunderte von Nebenlagern und Außenkommandos der Konzentrationslager. Die Häftlinge arbeiteten vornehmlich in Rüstungsbetrieben. In Augsburg gab es drei Nebenlager des Konzentrationslagers Dachau: Eines davon befand sich vom 7.9.1944 bis April 1945 in Räumlichkeiten der Michel-Werke (Ulmerstraße 160; heute Gewerbehof); die 500 ungarischen Jüdinnen dieses Lagers waren in den Michelwerken, bei Keller & Knappich (KUKA) sowie in einem Außenbetrieb von Messerschmitt am Lohwald (Neusäß) eingesetzt. Ein weiteres Lager mit 2700 Männern, vornehmlich Deutsche, Franzosen, Russen und Polen, war ab 9.2.1943 an der Inninger Straße (Haunstetten) eingerichtet; fast alle arbeiteten bei Messerschmitt, zahlreiche starben bei dem Luftangriff, der das Lager am 13.4.1944 zerstörte. Die Überlebenden kamen vorübergehend in ein Lager am Fliegerhorst Gablingen, über 1000 Häftlinge anschließend in das in der Luftnachrichtenkaserne in Pfersee (Garnison) vom 23.5.1944 bis vermutlich 23.4.1945 bestehende Lager. Die Mehrzahl der Männer arbeite in Messerschmitt-Betrieben, u. a. in Horgau, andere wurden gezwungen, Bomben zu räumen. Auf dem Westfriedhof erinnern ein Mahnmal und Grabstätten an die zahlreichen KZ-Opfer (Kriegerdenkmale, Mahnmale), in Haunstetten steht seit dem 8.5.1985 ein von der Stadt errichtetes Mahnmal auf dem Gelände des ehemaligen Dachauer Nebenlagers.

Gernot Römer, Für die Vergessenen, 1984; Augsburger Allgemeine, 9.5.1985.



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