Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Kötzer

(Ketzer), Weber- und Kaufmannsfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1461-1572 in Augsburg nachweisbar; 1501 Herrenstube. Nach ihrer Heirat erscheinen ab 1461 bzw. 1463 die Brü­der Peter (I, † 1514/15) und Johann Kötzer (II, † 1501/02) in den Steuerbüchern. Vielleicht war schon ihr ebenfalls in den 1460er Jahren fassbarer Vater Johann (I, † 1470/71) Augsburger Bürger. Stetiger Vermö­gensanstieg lässt bei den weberzünftigen Brüdern den Übergang vom Handwerk zum Barchentverlag und -handel erschließen. Peter, der 1461 noch den Habnit zahlte, versteuerte 1510 ein Anschlagvermögen von 2110 fl. Ab 1482 im Großen Rat, 1489 Richter, 1490-1495 im Kleinen Rat, zählte er 1495 als Dreizehner zum engeren Führungszirkel. Zechpfleger von St. Ulrich und Afra. 1496 schied er aus dem Rat aus und wechselte (vor 1498) in die Salzfertigerzunft. In der Weberzunft trat Johann (II) als Zwölfer die Nachfolge des Bruders an. Sein Anschlagvermögen war von 65 fl (1463) auf 1025 fl (1498) gestiegen. Von seinen Söhnen gab Peter (II) 1504 sein Bürgerrecht auf; Johann (III, † 1522) gelangte 1501 durch Heirat auf die Herrenstube, blieb aber in der angestammten Weberzunft. Auch bei ihm ist der Anstieg des Anschlagvermögen von 2000 fl (1502) auf 10.500 fl (1522) eindeutiges Indiz für eine erfolgreiche Kaufmannstätigkeit; die Söhne führten den väterlichen Handel weiter und vollzogen nun den Übertritt in die Kaufleutezunft. Georg († 1576) saß als Zunftzwölfer im Großen Rat. Sein Bruder Johann (IV, † 1566) wurde 1549 von Karl V. zum Mitglied des Großen Rats (von Mehrern) ernannt. 1525-1529 erhielt er von den Habsburgern alle Fronerze im Berggericht Persen verschrieben. Noch 1547 betrieben die Brüder dort mit Baptista de Prat eine Schmelzhütte, in der Silber, Kupfer und Blei erzeugt wurde; Johann wird auch als Gewerke und Besitzer einer Messinghütte erwähnt.
  • Peter-Kötzer-Gasse (Lechviertel, Amtlicher Stadtplan K 9), benannt nach Peter (I) Kötzer, der in dieser Gasse gewohnt hat.

Adolf Buff, Der Ursprung des Namens Koetzer-Gäßchen, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 19 (1892), 198-204; Max von Wolfstrigl-Wolfskron, Die Tiroler Erzbergbaue 1301-1665, 1903, 262, 268; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, 141, Anh. 198-216; Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts, 1996, 414 f.



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