Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Köpf

Bankiersfamilie

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 18.11.2011)

  • Zusammen mit den Carli, Liebert und Obwexer kontrollierten die Köpf im 18. Jahrhundert den reichsstädtischen Geldhandel. Christian Georg (* 1699, † 1758) übernahm das Bankgeschäft seines aus Lindau zugewanderten Vaters Johann Köpf (* 1669, † 1722) und wurde 1733 von Kaiser Karl VI. in den Reichsadelsstand erhoben (’von Köpf auf Hammel’). Am Hunoldsgraben ließ Köpf sen. oder Köpf jun. (wer genau ist nicht geklärt) eine Parkanlage (Köpf’scher Garten) anlegen. 1738/39 wurde das große Bürgerhaus an der heutigen Philippine-Welser-Straße für Christian Georg zu einem repräsentativen Stadtpalais ausgebaut (Köpfhaus). Zeitweise führte der die Bank gemeinsam mit seinem Bruder Johann Christoph, der 1740 gleichfalls nobilitiert wurde. Noch vor dem Niedergang der Fayencemanufaktur Göggingen 1752 gründete er im Schaurschen Garten eine Porzellanfabrik, die allerdings nur kurze Zeit Bestand hatte. Zusammen mit Johann Christophs Sohn, Georg Jakob von Köpf (* 1719 Lindau, † 8.5.1772 Augsburg), beteiligte er sich seit 1756 an dem Silbergeschäft, das der durch die österreichisch-bayerische Münzkonvention von 1753 geregelte Verkauf von Maria-Theresia-Talern in den Orient bescherte. 1759-1766 belieferte Georg Jakob von Köpf zusammen mit Obwexer, Carli und Liebert die Münzstätten in Hall und Günzburg mit Silber für mehr als 4,3 Mio. Gulden. 1769 erhielten sie ein Münzmonopol für acht Jahre, aus dem sie nach dem Zusammenbruch des Bankhauses Köpf im November 1771 und Absatzschwierigkeiten 1776 vorzeitig aussteigen mussten.

Anton Mayr, Die großen Augsburger Vermögen 1618-1717, 1931, 35-41; Wolfgang Zorn, Handels- und Industriegeschichte Bayerisch-Schwabens 1648-1870, 1961; Ingrid Bátori, Die Reichsstadt Augsburg im 18. Jahrhundert, 1969, 86 f.; Geschichte der Stadt Augsburg von der Römerzeit bis zur Gegenwart, 21985, 472, 498-500; Eduard Isphording, Gottfried Bernhard Göz, 1997, 29 f.; Gabriele von Trauchburg, Häuser und Gärten Augsburger Patrizier, 2001, 130-132.



Wir freuen uns über Ihre Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen zu den einzelnen Artikeln. Allerdings behalten wir uns das Recht vor, ungemessene Kommentare zu ignorieren. Gerne können Sie auch direkt per eMail Kontakt mit uns aufnehmen.

Kommentar zu diesem Artikel verfassen

Name:
Email:

Kommentar:
Bitte abgebildeten Sicherheitscode eingeben:


 



Wißner-Verlag Tel. 0821/25989-0