Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Koch

Kaufmanns-, Patrizierfamilie

Von: Prof. Dr. Mark Häberlein / Dr. Gabriele von Trauchburg (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Die Koch stammten ursprünglich aus dem Allgäuer Markt Grönenbach. Der 1610 aus Memmingen zugewanderte Matthäus Koch (* 1581, † 10.7.1633), um 1618 Teilhaber der Memminger Firma ’Hans Koch sel. Erben, Melchior Büttel & Mitverwandte’, die u. a. mit ostmitteldeutschem Leinen handelte, war in erster Ehe mit einer Tochter des Bürgermeisters Daniel Stenglin und in zweiter Ehe mit einer Tochter des reichen Hans Steininger verheiratet. Matthäus, der 1621/22 der Stadt Augsburg fast 100.000 fl lieh, zählte 1618 mit einer Steuerleistung von 634 fl zu den reichsten Bürgern der Stadt. Er besaß die Hofmark Schönleiten und erwarb 1622 für 11.000 Taler das Gut Gailenbach von Ferdinand Geizkofler und zusätzlich weitere Güter in Emersacker, Hirblingen, Neusäß und Täfertingen. Seine Söhne Matthäus d. J. und Johann (* 1614, † 1693) wurden ins Patriziat aufgenommen und von Kaiser Ferdinand III. nobilitiert (’Koch von Gailenbach’). Johann studierte in Leipzig, machte sich am Wiener Kaiserhof als Mathematiker einen Namen und übernahm 1669 das Rittergut. Sein Sohn und Nachfolger Johann Matthäus (* 1646, † 1713) war 1701-1710 Mitglied des Geheimen Rats. Nach missglückten Grundstücksspekulationen Verkauf von Gailenbach an seinen Bruder Johann Christoph (* 1653, † 1717), der es an seinen Sohn Markus Christoph (* 1699, † 1768) vererbte. Dieser war seit 1729 Ratsmitglied und 1751-1768 Stadtpfleger. 1752 stifteten er und seine Frau Christine Katharina (geb. Schnurbein) 2000 fl für wohltätige Zwecke, wovon die Hälfte evangelischen Flüchtlingen zugute kommen sollte (Salzburger Exulanten). Da Markus Christoph keinen männlichen Erben hinterließ, fiel das Gut an seine Schwester Susanna Helena, Verwitwete von Paris, sowie an deren Sohn Johann Christoph von Paris.

Paul von Stetten, Geschichte der adelichen Geschlechter in der freyen Reichsstadt Augsburg, 1762, 322-324; Anton Werner, Die örtlichen Stiftungen für die Zwecke des Unterrichts und der Wohltätigkeit in der Stadt Augsburg, 1899, 75; Anton Mayr, Die großen Augsburger Vermögen 1618 bis 1717, 1931, 105; Hermann Kellenbenz, Unternehmerkräfte im Hamburger Portugal- und Spanienhandel 1580-1620, 1954, 310; Richard und Winfried Greiner, Die Grundherrschaften in Alt-Neusäß, 1975, 223; Geschichte der Stadt Augsburg von der Römerzeit bis zur Gegenwart, 21985, 277, 461; Bernd Roeck, Eine Stadt in Krieg und Frieden 1, 1989, 514; 2, 1989, 576, 717; Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts, 1996, 411 f.

Johann Koch von Geilenbach



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