Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Kobold

Kaufmannsfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Claus Kobold († 1437/38), Sohn des gleichnamigen Lauinger Kaufmanns († ca. 1434), erwarb 1428 durch Heirat mit der Patrizierin Barbara Hofmaier Augsburger Bürgerrecht und gelangte auf die Herrenstube. Eine Aufstellung des Erbes lässt auf bedeutenden Baumwoll- und Barchenthandel schließen. Bei seinem frühen Tod hinterließ er drei minderjährige Töchter, Barbara, Felizitas und Afra, die 1441 ein Anschlagvermögen von 8400 fl (11. Stelle) versteuerten. Die beiden älteren Töchter (Afra starb spätestens 1443) wurden im Haus des Stadtpflegers Peter von Argon (Egen) erzogen, da sie zur Verwandtschaft seiner Frau zählten. 1452 heiratete Barbara Berchtold Waldstromer († 1454) von Nürnberg, einen Verwandten von Argons, und schloss 1456 eine zweite Ehe mit Rudolf (I) Dietenheimer; Felizitas beschwor einen Skandal herauf, als sie sich heimlich mit Johann Langenmantel (I, † 1454/55) verlobte und diese ’Liebesheirat’ gegen den Willen des Ziehvaters durchsetzte. Auch sie schloss um 1456 eine zweite Ehe mit Wilhelm Rephun († 1498). Die Pfleger der Kinder hatten 1448 und 1449 für 4400 fl die Herrschaft Pfersee erworben, die 1452 unter den Schwestern aufgeteilt wurde. Barbara Kobold und ihr Mann Rudolf Dietenheimer traten 1463 ihre Hälfte für 2050 fl an die Schwester Felizitas und Rephun ab, die 1479 Pfersee für 5500 fl an Wilhelm Gossembrot veräußerten.
  • Koboldstraße (1911, Pfersee-Nord, Amtlicher Stadtplan H 9), benannt nach Claus Kobold.

Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert 5, 200 f.; Das Lehenbuch des Hochstifts Augsburg von 1424, 1939, 103; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, 149, Anh. 68-92.



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