Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Klauber

Kupferstecher, Kunstverleger

Von: Ulrich Kirstein / Dr. Gode Krämer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Joseph Sebastian, * 14.1.1700/10 Augsburg, † 18.9.1768 Augsburg. Schüler von Melchior Rein in Augsburg, danach in Prag bei dem Verleger A. Birkhart. Nach seiner Rückkehr Thesenstecher bei Johann Andreas Pfeffel. Gründete 1740 zusammen mit seinem Bruder 2) einen eigenen, rein katholisch geprägten Kunstverlag (’Joseph u. Johann Klauber’, ’Fratres Klauber Catholici’). Sein Sohn Joseph Wolfgang Xaver (* 1740 Augsburg, † 1813), 1777 Ratsmitglied und fürstbischöflicher Kupferstecher, führte wie nach ihm sein Sohn Joseph Anton (* 1779, † 1837) den Verlag weiter, der 1840 erlosch.
  • 2) Johann Baptist, * 21.6.1712 Augsburg, † 1787 Augsburg. Nach Paul von Stetten Schüler vom ’alten Staerklin’ (wohl Johann Heinrich Störklin). Gründete zunächst mit Gottfried Bernhard Götz einen Verlag, der u. a. zwölf Blätter zur Passion und Porträtstiche herausgab. Nachdem Götz sich selbstständig gemacht hatte, gründete er einen Verlag mit seinem Bruder 1) in der Kohlergasse. Die Brüder Klauber führten alle anfallenden Tätigkeiten (Zeichnen, Stechen, Drucken, Verlegen) selbst aus und erwarben sich unter den ca. 30 Augsburger Kunstverlagen bald einen guten Ruf. Die Hofkupferstecher verschiedener Fürsten fertigten neben der ’Klauberbibel’ geistliche Stiche (Andachtsbilder, Wallfahrts- und Porträtstiche Geistlicher und Heiliger) sowie Thesenblätter; eine Spezialität des Verlags waren in Schabkunsttechnik gedruckte Thesenblätter. Da die Brüder eine völlig übereinstimmende Stichtechnik entwickelten und ihre Blätter meist mit gemeinsamer Verlagsadresse herausgaben, ist eine Trennung der Hände kaum möglich.
  • 3) Ignaz Sebastian, * 2.1.1753 Augsburg, † Mai 1817 St. Petersburg. Sohn von 1) und zweifelsfrei der bedeutendste Kupferstecher der Familie. Nach der Lehre beim Vater Studienaufenthalt in Italien, meist in Rom, 1781-1790 in Paris. Seine besondere Stärke lag im psychologisch pointierten Porträtstich. Mitglied verschiedener französischer Kunstakademien, ’Graveur du Roi’. Porträtierte nach seiner Rückkehr nach Augsburg 1790 Augsburger Honoratioren. 1796 Leiter der Kupferstecherklasse an der Akademie in St. Petersburg, übte großen Einfluss auf diese Kunst in Russland aus. 1805 Konservator der Kupferstichabteilung der Ermitage.

Paul von Stetten, Kunst-, Gewerb- und Handwerksgeschichte der Reichs-Stadt Augsburg 1, 1779, 403; Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler 20, 1927, 411; Augsburger Kupferstecher-Familien, 1978; Neue deutsche Biographie 11, 1977, 711-713; Bosls bayerische Biographie, 1983, 86; Lexikon des gesamten Buchwesens 4, 21995, 230; Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997.

Ignaz Klauber: Maria Immaculata



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