Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Holle

(Holl, Holloni), Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1263 (12. Jahrhundert?) bis 1363 in Augsburg nachweisbar. Der markante Zuname lässt vermuten, dass schon der in den Traditionen von St. Ulrich genannte Heinrich Holle (um 1146/62 – um 1175) der Familie zuzuordnen ist. Ab 1263 ist ein Konrad (I, † 1280/85?) fassbar, der ausdrücklich als städtischer Siegler (1268) und ’consul’ (1269, 1275) bezeugt ist. Seine drei Brü­der erscheinen nur sporadisch in den Quellen. Konrads ältester Sohn, der ab 1267 belegte Hermann (I, † 1301/09), wurde 1294 und 1300 zum Stadtpleger. gewählt. Seine 1285 mit ihm zeugenden drei jüngeren Brüder treten kaum hervor. Aus der Ehe mit einer Tochter Liupold Schroters hatte Hermann schon 1286 zwei volljährige Söhne, Hermann (II) und Liupold. Zusammen mit der Witwe Gerwich, wohl seiner zweiten Ehefrau, wird 1309 ein noch minderjähriger Sohn Hermann (III) erwähnt. Über Querverbindungen zu den Völkwein lässt dieser sich mit einem 1334-1352 genannten Bürger gleichen Namens identifizieren. Das Steuerbuch von 1351 nennt noch weitere Angehörige der Familie: einen zweiten Hermann (IV) sowie ’holl goltsmit’ und ’juvenis holl goltsmit’. Bei dem älteren handelt es sich wohl um den 1338-1345 urkundlich genannten Goldschmied Heinrich (II); bei dem bald aus den Steuerbüchern verschwundenen ’juvenis’ Holle vielleicht um den in Wien begrabenen ’Hainricus (III) Hollo de Augusta’ († 21.5.). Unter den 1364-1383 in den Steuerbüchern auftauchenden Holle lassen sich Angehö­rige der Familie nicht mehr sicher identifizieren, da Vornamen fehlen; auch eine Zugehörigkeit zum Patriziat nach 1368 ist nicht belegt. Vermutlich letzter Vertreter der Familie war der Goldschmiedegeselle Jos Holle, dem 1391 in Augsburg ein Führungszeugnis ausgestellt wurde. 1395 erscheint sein Name in einer Liste Kölner Goldschmiede, 1420 erwarb er dort Bürgerrecht.

Monumenta Germaniae Historica, Necrologia Germaniae V, 178, 238; E. Oefele, Rechnungsbuch des oberen Vicedomamtes Herzog Ludwigs des Strengen 1291-1294, in: Oberbayerisches Archiv 26 (1865/66), 313; Franz Irsigler, Köln, die Frankfurter Messen und die Handelsbeziehungen mit Oberdeutschland im 15. Jahrhundert, in: Köln, das Reich und Europa, 1971, 424; Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 3372, 3375; K. Sieber, Die Anfänge des Augsburger Patriziats bis zum Stolzhirsch-Aufstand, Zulassungsarbeit München 1968, 65-68; Die Traditionen und das älteste Urbar des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg, 1986, 125-175; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, Anh. 221-222.



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