Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Hoeschel

David, * 8.4.1556 Augsburg, † 19.10.1617 Augsburg, Rektor bei St. Anna, Stadtbibliothekar

Von: Dr. Helmut Gier (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Sohn eines Augsburger Elementarschullehrers. Nach Besuch des Gymnasiums bei St. Anna und des ’Gymnasium illustre’ in Lauingen 1577 Theologiestudium an der Universität Leipzig (Magister 1579). 1581 Lehrer am Gymnasium bei St. Anna, 1593 als Nachfolger von Simon Fabricius Rektor der Schule und Stadtbibliothekar. Als bedeutender Gräzist in der Nachfolge seines Lehrers Hieronymus Wolf setzte er sich für den Griechischunterricht ein; sein Erfolg als geschätzter Lehrer trug dazu bei, dass in seiner Amtszeit ein dann von Elias Holl 1613/15 errichteter Neubau des Gymnasiums notwendig wurde. Große Anerkennung in der gelehrten Welt mit 35 Editionen griechischer und byzantinischer Autoren (seit 1587), überwiegend Kirchenlehrer und Theologen. Insbesondere um der gelehrten Öffentlichkeit die griechischen Handschriften der Stadtbibliothek (Staats- und Stadtbibliothek Augsburg) zugänglich zu machen, die er auch in einem 1595 erschienenen Katalog neu verzeichnete, bewog er Markus Welser zur Gründung eines eigenen Verlags (Ad insigne pinus). 1595-1614 brachte er 20 Editionen in diesem Verlag heraus. Als bedeutender Vertreter des Späthumanismus trug Hoeschel zusammen mit Markus Welser maßgeblich dazu bei, dass Augsburg im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert im geistigen und gelehrten Leben noch einmal europäischen Rang erreichte.

Karl Köberlin, Geschichte des humanistischen Gymnasiums bei St. Anna in Augsburg 1531-1931, 1931, 121-138; Richard Schmidbauer, Die Augsburger Stadtbibliothekare durch vier Jahrhunderte, 1963, 101-112; Neue deutsche Biographie 9, 1972, 368 f.; Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 14, 1993, 85-121.

David Hoeschel



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