Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Hörmann von und zu Gutenberg

Von: Prof. Dr. Wolfgang Wüst (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Die Hörmann, die seit dem Kauf der Grund- und Gerichtsherrschaft Gutenberg bei Kaufbeuren 1543 den Namenszusatz ’von und zu Gutenberg’ führen, sind erstmals mit Hans Hörmann d. Ä. nachweisbar, der seit 1403/04 das Kaufbeurer Bürgermeisteramt bekleidete. Der wirtschaftliche Aufstieg der Familie setzte in vollem Umfang aber erst unter Georg (* 1491, † 1552) und Christoph (* 1514, † 1586) ein, die als Berater und Faktoren des Hauses Fugger Zugang zum internationalen Finanzhandel fanden. Durch die Beziehungen zu den Fuggern kam die Familie nach Augsburg, wo sie im 15./16. Jahrhundert belegt ist. 1512 heiratete Georg Hörmann Barbara Reihing, deren Familie in der Kaufleutestube saß. Er hielt sich in Augsburg allerdings nur sporadisch auf, da er 1520 das Antwerpener Handelsdepot und seit 1524 die Schwazer Silberbergwerke der Fugger betreute. Den Aufstieg der Familie belegen die Aufnahme in Herrenstube und Kaufleutezunft sowie der Adelsbrief Kaiser Karls V. (1528). Georgs Sohn Hans Jörg (* 1513, † 1562) nahm als erster Hörmann seinen ständigen Wohnsitz in Augsburg. 1538 heiratete er Radigund Herwart, 1549 wurde er mit seinen Brüdern Ludwig und Anton in den Großen Rat berufen. Verbindungen zum Patriziat führten schließlich zum Kauf Gutenbergs, das die Hörmann 1537/43 von den Honold erwarben. Dort blieb bis zur Auflösung der Patrimonialgerichtsbarkeit in den 1830er Jahren der Stammsitz der Familie. Außer dem Edelsitz Gutenberg sowie den Stadtresidenzen in Augsburg (Katharinengasse 14, 1701 verkauft) und Kaufbeuren verfügten die Hörmann über die Schlossherrschaft Waldegg als Mannlehen (1544) und das Wasserschloss Senftenau bei Lindau, das Georg Christoph Friedrich Hörmann (* 1782, † 1864) erwarb (heute im Besitz der Stadt Lindau). Familienchronik im Hausarchiv der Hörmann in Kaufbeuren/Krün.

Richard Hipper, Die Beziehungen der Faktoren Georg und Christoph Hörmann zu den Fuggern, 1926; Thomas Max Safley, Die Fuggerfaktoren Hörmann von und zu Gutenberg, in: Augsburger Handelshäuser im Wandel des historischen Urteils, 1996, 118-129.



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