Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Hirth

Georg, * 13.7.1841 Gräfentonna/Gotha, † 28.3.1916 Tegernsee, Publizist, Verleger

Von: Günther Grünsteudel / Jürgen Wagner (Stand: 25.11.2011)

  • Musste das 'Gymnasium illustre' in Gotha wegen der wirtschaftlich prekären Lage seines Vaters vorzeitig (8. Klasse) verlassen. Ausbildung im Geographischen Institut Bernhard Perthes. Erste Veröffentlichungen seit 1858 u. a. in ’Westermanns Monatsheften’. Bereits sein erstes Buch ’Friedrich Schiller als Mann des Volkes’ (1859) fand reißenden Absatz und kennzeichnet schon seine dezidiert nationalliberale Haltung. 1863 Dr. phil. 1863-1866 Redakteur der ’Deutschen Turnzeitung’ in Leipzig, Herausgeber des ersten statistischen Jahrbuchs der Turnvereine. Berufung an das Statistische Seminar in Berlin. Ab 1867 Herausgeber von ’Hirths Parlamentsalmanach’, 1871-1887 des ’Deutschen Parlamentsalmanachs’. 1870/71 außen- und handelspolitischer Redakteur der Allgemeinen Zeitung in Augsburg. 1871 Übersiedlung nach München. Eröffnete im gleichen Jahr einen Verlag (’Georg Hirths Verlag’) und 1875 zusammen mit seinem Schwager eine Druckerei (’Knorr & Hirth’), die rasch zu einer der führenden in Deutschland wurde. Übernahm 1881, nach dem Tod seines Schwiegervaters, die ’Münchner Neuesten Nachrichten’ (seit 1945 ’Süddeutsche Zeitung’), die er zu einem führenden Organ des radikalen Fortschritts in Deutschland machte. An der Münchner Sezession von 1892 mitbeteiligt, brachte er ab 1.1.1896 die Zeitschrift ’Jugend’ heraus, die dem ’Jugendstil’ den Namen geben sollte. 1884 begutachtete er mit einer Kommission das Augsburger Rathaus und sprach sich gegen eine neuerliche Verbauung der freigelegten Fassade aus.

Franz Carl Endres, Georg Hirth, 1921; Erich Josef Ramstöck, Das theoretische und praktische Wirken Georg Hirths, Diss. München 1957; Neue deutsche Biographie 9, 1972, 239-241; Lexikon des gesamten Buchwesens 3, 21991, 480; Ansgar Hillach, Heimat, Volk und spinozistischer Geist. Wege bei Gustav Landauer und Georg Hirth, in: Gustav Landauer, 1995, 138-156.



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