Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Herwart I

(Herbort, Herwort, ’mit der Lilie’), Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1283-1409 in Augsburg nachweisbar. Bei den Herwart lassen sich seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert zwei verschiedene Linien unterscheiden. Charakteristisch für die eine Linie (Wappen: wachsende Lilie im schräggeteilten Schild wie die Schroter und Holle) ist der Leitname Heinrich, für die andere (Wappen: Monogramm HE, ab 1348 Eule) der Leitname Herbort (anfänglich einnamig). Wie bei den Langenmantel ist die Führung unterschiedlicher Wappen deutlicher Hinweis auf eine nur kognatische Verwandtschaft. Über das Gottberatbuch lässt sich zudem die 1297 als Mutter des ’Herbort’ (vor St. Moritz, HE-Linie) bezeugte Mechthild Herwart als Tochter des ältesten Heinrich Herwart († 15.3. 1288) aus der Lilien-Linie erschließen. Da Mechthild den Leitnamen Heinrich auf die Tochterlinie übertrug, erweist es sich z. T. als schwierig, im 14. Jahrhundert die verschiedenen Heinrich-Belege eindeutig zuzuordnen. Auch die Generationsabfolge der Lilien-Linie vor 1350 bleibt unsicher. Als Sohn oder Enkel des ältesten Heinrich ist ein seit Ende des 13. Jahrhunderts fassbarer Heinrich Herwart anzusprechen, der erstmals 1302 mit dem Lilienwappen siegelt. 1321 urkundet sein gleichnamiger erwachsener Sohn. Einer von beiden, wohl der Vater, amtierte 1325, 1331 und 1337 als Stadtpfleger. Der seit den 1340er Jahren fassbare Heinrich Herwart ’Rosenlacher’ und sein Sohn Peter († 1408/09) verließen nach Einführung der Zunftverfassung 1368 (Zunfterhebung) Augsburg und übersiedelten nach Schwabmünchen, nahmen aber 1379 ihr Bürgerrecht wieder an. Mit dem kinderlosen Peter Herwart, noch Anfang des 15. Jahrhunderts als Ratsmitglied ’von Herren’ bezeugt, erlosch die Familie in Augsburg.

Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 3374; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, 215, Anh. 19.



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