Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Hering

Loy (eig. Eligius), * 1485/86 Kaufbeuren, † nach 1.6.1554 Eichstätt, Bildhauer

Von: Dr. Tilman Falk / Günther Grünsteudel (Stand: 21.5.2013)

  • Der mutmaßliche Sohn des Kaufbeurer Goldschmieds Michael Hering wurde am 15.4.1499 in Augsburg durch Hanns Peurlin als Lehrjunge vorgestellt. Ab ca. 1504/05 Gesellenzeit, zumindest zeitweise wohl in der Werkstatt Gregor Erharts in Augsburg. 1511/12 im Augsburger Steuerbuch als Insasse im Haus Jakob Murmanns genannt, der 1511 eine Meistergerechtigkeit als Bildhauer erheiratet hatte, verließ Hering 1513 Augsburg und ging nach Eichstätt, wo er ab 1514 eine eigene Werkstatt unterhielt. Von Eichstätt aus, wo er sich in der Folge hohes Ansehen erwarb und sogar als Ratsmitglied sowie wiederholt als Bürgermeister amtierte, umfangreiche Tätigkeit. Von Bischof Gabriel von Eyb gefördert, schuf er u. a. das Willibaldsdenkmal im Eichstätter Dom (1514, später verändert; neuerdings auch Gregor Erhart zugeschrieben) sowie zahlreiche Epitaphien bedeutender Persönlichkeiten, später auch Kleinplastik mit weltlichen Themen. Die in Augsburg erhaltene Salvatorstatue in St. Georg, die bisher als ein Frühwerk Herings galt, wird neuerdings auch Adolf bzw. Hans Daucher zugeschrieben. Hering gehört zu den ersten Künstlern, die in Süddeutschland konsequent Renaissanceformen verwendeten. Mit seiner Meisterschaft im malerischen Relief einer der bedeutendsten Bildhauer seiner Zeit. Drei Söhne, die ihre Ausbildung wohl beim Vater erhielten, waren auch als Bildhauer tätig: Martin als Werkstattnachfolger des Vaters nach dessen Tod; Thomas († vor 1554) ist ab 1540 im Raum Freising mit Werken nachweisbar, Georg (nach 1521 - vor 1554) in Regensburg.

Felix Mader, Loy Hering, 1905; Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 16, 1923, 468-472; Neue deutsche Biographie 8, 1969, 619 f.; Peter Reindl, Loy Hering, 1977; Franz-Albrecht Bornschlegel, Die Inschriften des Loy Hering und seiner Werkstatt, in: Pinxit, sculpsit, fecit, 1994, 39-50; Benno C. Gantner, Loy Hering als Geselle Gregor Erharts, in: Ars Bavarica 77/78 (1996), 29-46; Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 15, 1997, 27-68; Kerstin Merkel, Das Bewährte bewahren, in: Kunst und Konfektion, 2008, 172-190; Allgemeines Künstlerlexikon 72, 2012, 161-163.



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